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Nachgefragt: Artillerie, Propaganda, Weizen - Russlands Militärtaktik im Ukraine-Krieg | Bundeswehr

Nachgefragt: Artillerie, Propaganda, Weizen - Russlands Militärtaktik im Ukraine-Krieg | Bundeswehr
Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. Vier Monate dauert der russische Angriff auf die

Ukraine

mittlerweile. Bei „

Nachgefragt

“ wollen wir Ihnen und euch ein Update zum

Krieg

geben, heute insbesondere zum russischen Vorgehen. Dazu habe ich Oberst im Generalstabsdienst Ralf Feldotto als Gast. Guten Tag, Herr Oberst. Guten Tag, Herr Hauptmann Lemke, vielen Dank für die Einladung. Sehr gern. Sie sind im Verteidigungsministerium Referatsleiter für die Bereiche Krisenfrüherkennung und Bedrohungsanalyse. Im Fachjargon spricht man hier auch von

Milit

ary Intelligence. Vor zwei Monaten waren Sie etwa schon einmal bei uns und haben unseren Zuschauenden Infos aus Ihrer Sicht, die Sie teilen dürfen, zur

Ukraine

gegeben. Wir möchten auch gleich wieder über die

Ukraine

sprechen. Doch vorweg: aktuell wird auch Litauen von Russland bedroht. Können Sie uns erläutern, was hier passiert ist? Zunächst ein Blick auf die Karte. Es dreht sich einmal um die russische Enklave Kaliningrad, die zwischen Litauen und Polen liegt. Und die russische

Propaganda

versucht jetzt, ein Bild zu erstellen, dass diese Enklave abgeriegelt worden ist. Was mal nicht stimmt, denn es gibt hier einmal Zugänge über den Seeweg, der auch im Bereich der Luftfahrzeuge genutzt werden kann. Und es gibt auch weiterhin Schienenverkehr Richtung Kaliningrad. Die einzige Einschränkung, die dort ist, ist, dass sanktionsbewährte Güter nicht mehr transportiert werden dürfen. Das heißt also, hier gibt es in dem Sinne...
nachgefragt artillerie propaganda weizen   russlands milit rtaktik im ukraine krieg bundeswehr
keine Abriegelung. Von der russischen

Propaganda

wird dieses aber auch sehr sauber genutzt. Im Hinblick auf die Bedrohungsperzeption durch den Westen und durch die NATO. Wir wissen, dass vor dem 24. Februar (Angriff auf die

Ukraine

) bereits erhebliche Truppen abgezogen worden sind und auch danach. Das heißt also, heute kann man sagen, 50 Prozent der Kampftruppen sind aus dem Bereich Kaliningrad abgezogen worden. Und das tut man nicht, wenn man sich bedroht fühlt, sondern man weiß, dass die NATO ein Verteidigungsbündnis ist. Aber man versucht einmal, dieses Narrativ in der russischen Bevölkerung oder auch global zu projizieren. Wenn wir schon über Kaliningrad und Litauen sprechen, was für Auswirkungen des

Krieg

s in der

Ukraine

können wir dann in der Ostsee beobachten? Einmal in der Ostsee, das ist ein strategisch wichtiges Element für Russland, dass sie dort einmal Stärke demonstrieren. Diese Stärke-Demonstration dient auch zur Einschüchterung der westlichen Gesellschaft. Das haben wir gesehen einmal bei der Kompromittierung der Lufträume, ob das jetzt Dänemark oder Schweden gewesen ist. Und wir werden auch in der Zukunft eher die Komponenten einmal der russischen Luftstreitkräfte, aber auch der russischen Marine sehen im Sinne der Machtdemonstration. Aufgrund der aktuellen Entwicklung sehen wir aber auch für die deutschen Kräfte im Bereich Litauen überhaupt keine gesteigerte Bedrohungssituation. NATO Generalsekretär Jens Stoltenberg hat vor wenigen Tagen...
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gesagt, der

Krieg

in der

Ukraine

könnte Jahre dauern. Stimmen Sie dieser Einschätzung zu? Ich will diese Aussage verknüpfen mit der Rede Putins am 9. Mai im Zuge der Siegesfeierlichkeiten. Dort hat er die russische Gesellschaft erstmalig und historisch auf einen Opfergang vorbereitet und verknüpft das einmal mit der Opferdimension des Zweiten Welt

krieg

es. Er hat das nicht zeitlich entsprechend limitiert, sondern er hat deutlich gesagt, er möchte die Abnutzungsstrategie dort bemühen. Abnutzungsstrategie im Hinblick auf die

Ukraine

. Dem russischen Staat ist klar, dass die

Ukraine

eine Abnutzung über der Zeitachse ohne die westliche Unterstützung gar nicht durchhalten kann. Diese Abnutzung ist aber auch einmal ein Ansatz gegen die westliche Geschlossenheit, die Russland überrascht hat. Und hier zielt man ab einmal, um in der westlichen Gesellschaft eine Gleichgültigkeit zu erzielen, die dann auch die moralische Unterstützung letztendlich dort weiter reduziert. Und wir alle haben hier, jeder Staatsbürger, ob das hier in Deutschland ist oder europaweit, einen Beitrag zu liefern, um diese Geschlossenheit zu halten. Denn Russland wird jede Schwäche genau analysieren und versuchen, diese Geschlossenheit aufzusprengen, was eine große Schwäche letztendlich für die NATO, aber auch für die westlichen Demokratien wäre. Abnutzungs

krieg

heißt hier also nicht nur Abnutzung der ukrainischen Streitkräfte, sondern auch Abnutzung der westlichen, des westlichen Zusammenhalts?...
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Exakt. So und darauf – Wir wissen, dass sind vier Monate – das hatten sie eben eingelassen. Und viele schauen jetzt ganz woanders. Das sehen wir in den Nachrichten: „Muss das denn sein?“ Oder auch nicht… Und wir müssen überlegen: Es geht auch um unser Demokratieverständnis. Das Leben in Freiheit und Frieden. Und wenn das bedroht ist, dann müssen wir dort die entsprechende Abschreckung nach oben setzen. Da sind wir dabei. Und wir werden im NATO-Gipfel, der ja jetzt Ende Juni läuft, ja auch die Gesamtstrategie bekommen, wie die NATO sich als Ganzes dafür aufstellt und welche Maßnahmen wir dort ergreifen. Werfen wir einen genaueren Blick in die

Ukraine

zum

Krieg

sverlauf. Was hat sich getan in den zwei Monaten, in dem wir uns jetzt nicht gesehen haben, also seit Sie zuletzt hier waren? Wenn wir die Geländegewinne mal nehmen in den einzelnen Bereichen des Donbass, dann konnte eigentlich nur die russischen Streitkräfte im Bereich des Oblast Luhansk 4 Prozent Geländegewinne erreichen. In den anderen Bereichen, teilweise auch Geländeverluste hinnehmen, im Bereich Cherson oder auch im Bereich Charkiw. Das konnte man dann in der Presse auch sehr sauber verfolgen. Im Hinblick auf die Kräfteverhältnisse, die wir heute sehen, haben wir eigentlich den operativen Schwerpunkt, der hier auch eingerahmt ist ein Kräfteverhältnis seitens der russischen Streitkräfte von zwei zu eins. In den anderen Bereichen ist es sozusagen eins zu eins. Und in diesem Bereichen sind die...
russischen Streitkräfte schon zur Verteidigung übergegangen und versuchen hier den Raum Oblast Donezk zu nehmen. Das ist ein Raum von ungefähr 2500 Quadratkilometern, entspricht eigentlich der Größe des Saarlandes, den Sie jetzt versuchen zu nehmen. Das wird aber aus unserer Bewertung nicht so einfach, weil das Gelände nicht so einfach ist. Wir hatten in den vorangegangenen Sendungen einmal das Thema – natürlich hatten Sie vertieft – im Hinblick auf den Siwerskyj Donez, das ist der Fluss, der sozusagen dort grob über Isjum, Sjewjerodonezk nach Osten, dann sozusagen in den Großen Don abfließt. Und dieses Gelände, was westlich davon liegt, also im Schwerpunkt hier, ist nicht ganz einfach. Denn es ist nicht die norddeutsche Tiefebene, sondern es ist vergleichbar mit einem Höhengelände, was wir in Nordhessen haben: sehr durchschnitten mit Höhen und es ist sehr günstig für die Verteidigung gerade der

Ukraine

r. Das bedeutet, wenn wir jetzt die Kräfte noch mal nehmen, sie sehen sozusagen diesen Frontvorsprung der

Ukraine

r, wo die russischen Streitkräfte in der Vergangenheit versucht haben, mit einem Zangenangriff grob aus der Richtung Isjum, Lyman und dann auch den Bereich Popasna, diese Kräfte einzuschließen. Das ist bisher nicht gelungen, weil die Brückenübergänge alle nicht erfolgreich gewesen sind. Und jetzt versucht Russland die Strategie zu ändern. Es ist eher sozusagen Hammer und Amboss. Der Amboss wäre dann sozusagen die Linie des Siwerskyj Donez...
– des Flusses. Und dass man den Hauptantrieb sozusagen zum Abschneiden und Einkreisen dieser Kräfte aus dem Raum Popasna erreicht. Kann ich da kurz einhaken? Sjewjerodonezk wird ja auch in den Medien in Deutschland oft besprochen und die Kämpfe darum sind ja auch besonders intensiv. Selenskij meinte auch, dass hier das Schicksal des Donbass‘ entschieden würde. Was macht dann ausgerechnet Sjewjerodonezk so wichtig im Donbass? Erst mal ist es ein Wirtschaftsschwerpunkt mit Industrie, 100.000 Einwohner und Sjewjerodonezk bietet dem Verteidiger erhebliche Optionen, denn wir haben bereits schon in Mariupol gesehen, dass gerade der Orts- und Häuserkampf eine Riesenherausforderung für die russischen Streitkräfte darstellt, weil sie im Kräfteverhältnis nicht nur drei zu eins, sondern bis zu neun zu eins bilden müssen, um erfolgreich zu sein. Aktuell wird auch noch in Sjewjerodonezk gekämpft. Das ist noch nicht unter russischer Kontrolle und damit ist es den ukrainischen Streitkräften gelungen einmal den Vormarsch zu verzögern, erheblich, aber auch die russischen Streitkräfte dort weiter abzunutzen. Und im Hinblick auf die Kräfteverhältnisse, dort ist der Schwerpunkt, das ist ungefähr eine Fähigkeit von zwei zu eins im Kräfteverhältnis, was die russischen Streitkräfte generieren können. Aber sie haben natürlich auch einen erheblichen Vorteil im Bereich der

Artillerie

. Da sind die Kräfteverhältnisse von sechs zu eins bis zehn zu eins. Das ist ein großer...
Vorteil und ein Nachteil der ukrainischen Streitkräfte, der aber auch mit der Lieferung der Panzerhaubitze 2000, die jetzt innerhalb der

Ukraine

dann auch eingesetzt werden, ein wenig ausgleichen kann. Die russische können mit Masse ungefähr 40 Kilometer weit schießen, die ukrainische

Artillerie

circa 18 Kilometer. Wenn sie dann noch den vorderen Rand der Verteidigung nehmen, dann können die

Ukraine

r zwölf Kilometer darüber wirken und die Russen aber über 30 Kilometer. Und bedeutet, dass die russische

Artillerie

durch die Wirkfähigkeiten der ukrainischen Streitkräfte überhaupt nicht kompromittiert werden kann, aber auch aus dem Bereich der ukrainischen Luftwaffe nicht. Das heißt, sie können sich aufstellen, stehen, schießen in diesem Bereich, ohne dass sie in irgendeiner Weise gefährdet sind. Mit der Unterstützung der Panzerhaubitze 2000 gewinnen die

Ukraine

r einen erheblichen Vorteil, weil sie haben das System komplett umgestellt und diese Panzerhaubitze 2000 spleißt sich sehr sauber in dieses System ein, denn die Philosophie der Panzerhaubitze 2000 ist: Fahren, schießen, fahren, schießen. Und das bedeutet einmal auch mit der Schnelligkeit einmal, wenn sie nur die Koordinate bekommen, kann sich das Geschütz sofort ausrichten und auch schießen. Und damit, mit der Reichweite kommt man auch in den Bereich der russischen

Artillerie

, was den Vorteil, den ich vorher genannt hat, in einer gewissen Art und Weise dann entsprechend aufhält und es entscheidend...
auch für die weitere Verteidigung dieses Frontbogens. Das heißt ohne Unterstützung aus dem Ausland von

Artillerie

systemen ist die ukrainische

Artillerie

nicht nur zahlenmäßig unterlegen, sondern auch qualitativ unterlegen der russischen. Ja qualitativ vor allen Dingen. Und die russische

Artillerie

hat ja auch diese immensen Verluste der ukrainischen Streitkräfte… Präsident Selenkij hat das ja selber auch noch mal eingelassen deutlich, weil damit kann man mit einem erheblichen Feuerschlag sozusagen die ukrainischen Streitkräfte angehen. Und der Ansatz des russischen Angriffs ist ja nicht tiefgreifende Panzer Vorstöße sondern man klärt sozusagen die Stellungen der

Ukraine

r auf, versucht sie dort mit

Artillerie

und anderen Wirkmitteln auch aus der Luft mit Jagdbomber zu zerstören und tritt dann wieder an, um diese Bereiche zu nehmen – oder das was noch davon übrig geblieben ist. Und das ist ein kleiner Vorstoß, den man dort nur sieht, denn Russland hat eine Limitierung im Bereich der Kampftruppen und gerade auch der Infanterie. Können Sie in Ihrem Referat auch schon beobachten, dass sich die westlichen Waffenlieferungen schon auszahlen auf ukrainischer Seite? Die westlichen Waffenlieferungen haben sich von Anfang an erheblich ausgewirkt. Ich denke da nur an die Panzerabwehrmittel Javelin, NLAW oder auch Panzerfaust 3, die gerade in der Anfangsphase erhebliche Wirkung erzielt haben. Wenn wir das mal von den Gesamtzahlen der russischen Streitkräfte im...
gepanzerten Bereich nehmen, dann ist es den

Ukraine

rn schon gelungen, knapp 50 Prozent auch dieser Fahrzeuge auszuschalten und zu neutralisieren. Und ich denke, das zeigt, dass Qualität hier wirklich Sinn macht. Und der zweite Punkt ist auch im Bereich der boden-gebundenen Luftverteidigung, auch mit der Übergabe der Manpads. Das hat gerade die russischen Luftstreitkräfte, aber auch die Heeresflieger der Russen erheblich auf Distanz gehalten. Sie können nicht so schießen, wie sie das normalerweise bei einer Luftüberlegenheit machen würden und das ist auch ein Schutzfaktor. Und mit genau auf dieser Linie wirkt ja jetzt die Panzerhaubitze 2000 im Sinne des Schutzes, weil die Russen ganz anders jetzt agieren müssen mit ihren

Artillerie

kräften als vorher und sind selber auch gefährdet. Und damit kann man dieses Ungleichgewicht auf ukrainischer Seite zu ihren Gunsten ein bisschen verändern. Dort wo die russische Armee angreift, wird ja vieles zerstört, nicht nur

milit

ärische Ziele, sondern auch Infrastruktur wie Krankenhäuser. Steckt da ein Kalkül dahinter? Es ist sehr interessant zu beobachten, dass in der ersten Phase, also bis ungefähr Anfang Mitte März, die russischen Streitkräfte versucht haben, auch Kollateralschaden minimierend zu agieren, haben aber dann gewechselt im Angriff. Das was wir gesehen haben im Bereich Donbass beziehungsweise auch Cherson und Melitopol. Die Fähigkeit der russischen Streitkräfte zum gezielten Wirken ist da. Das heißt also,...
wenn man diese Infrastruktur, diese kritische Infrastruktur angreift, hat das auch immer eine Wirkung. Einmal nicht nur Flucht, beispielsweise vor den Kampfhandlungen, sondern die Nachhaltigkeit, weil man die Lebensgrundlage der Menschen zerstört, die dann nicht mehr sozusagen ihre Industriebetriebe vor Ort haben. Denken Sie an das Stahlwerk im Bereich Mariupol, das ist nachhaltig zerstört. Das ist aber auch ein Teil der hybriden

Krieg

sführung. Weil die Menschen, die fliehen und das haben wir ja auch in Syrien gesehen werden, werden nicht mehr demonstrieren. Und Russland braucht diese Menschen auch nicht, weil sie einen ganz anderen Fokus hat. Und das ist die Landwirtschaft. Denn in diesem großen Bereich ist, da sind die Hauptanbaugebiete für Getreide. Ich will hier als Beispiel den

Weizen

einfach mal rausnehmen. Im weltweiten

Weizen

export ist Russland Nummer eins mit 20% ganz weit vorne. Danach kommt beispielsweise die EU mit 15%, aber auch die

Ukraine

mit 9%. Und jetzt bereits nutzt Russland diese Situation des

Weizen

exportes als hybrides

Krieg

smittel, weil sie mittelbar und unmittelbar dort Einfluss nehmen. In den besetzten Gebieten können sie 30% der Getreideanbaufläche beispielsweise unter ihre Kontrolle bringen und das für sich nutzen, das heißt plus 3%, Dann wären sie jetzt bei 23% Exportmöglichkeiten und der Getreidepreis hat sich ja ungefähr um 50% erhöht im Vergleich zu 2021 und durch die Sperrung auch des Schwarzen Meeres kann das gelagerte Korn, also...
hier

Weizen

, nicht abtransportiert werden. Wenn wir das verknüpfen, einmal perspektivisch mit den Entwicklungen einmal der Bevölkerungszahl, des Bevölkerungszuwachses (weltweit jährlich ein Zuwachs von 82 Millionen Menschen, ungefähr so groß wie Deutschland). Und der Klimawandel reduziert jährlich die Anbaufläche ungefähr in der Größenordnung vier Mal Nordrhein-Westfalen. Das heißt also, wenn es Russland gelingt, die gesamte

Ukraine

unter ihre Kontrolle zu bringen, sind sie dann ungefähr bei 30% des weltweiten

Weizen

exportes angelangt und werden das für ihre politischen Ziele instrumentalisieren auch im Sinne einer hybriden

Krieg

sführung. Das heißt, die russische Armee nutzt also nicht nur Granaten, sondern auch Getreide als Munition für ihren

Krieg

sozusagen? Perspektivisch ja. Und wir sehen einmal, dass die Infrastruktur ja nicht nur in der Kampfzone zerstört wird, nachhaltig, sondern auch in den anderen Bereichen. Und hier wird auf Energieinfrastruktur, auf Verkehrsinfrastruktur und natürlich auf

milit

ärische und zivil-

milit

ärische Infrastruktur ganz deutlich abgezielt und diese auch nachhaltig zerstört. Und das bedeutet im Hinblick auf Abnutzungs

krieg

: Ohne die westliche Unterstützung wird die

Ukraine

diesen Abnutzungsansatz nicht lange standhalten können. Was passiert denn eigentlich in den Gebieten, die nun russisch besetzt sind? Ich habe gelesen, dass teilweise zum Beispiel nur noch russisches Fernsehen jetzt läuft. Was passiert da in den...
Gebieten? Ja, die Alternativen für die verbliebenen

Ukraine

r sind da nicht groß, weil die Russifizierung ist nachhaltig. Das sehen wir einmal in der Situation, dass die Bilingualität – ukrainisch/russisch – dort aufgehoben wird. Alle ukrainischen Ortsschilder werden entfernt, auch das Ukrainische aus dem Lehrplan herausgestrichen und vor allen Dingen im Bereich Informationsraum. Hier läuft die Grenze. Das heißt also, die Menschen können dann nur noch über das russische Internet, was erheblich reglementiert ist, kommunizieren, haben auch im Finanzbereich überhaupt nicht mehr die Möglichkeit, mit ukrainischer Währung zu zahlen oder das Geld zu bekommen. Und in dieser Situation bietet Russland den

Ukraine

rn den russischen Pass an und kann dann in der Folge später ausführen: „Hier leben ja eigentlich nur noch Russen“, wo die ukrainischen Staatsbürger mehr oder weniger mit leichten oder auch schwereren Mitteln dort gezwungen worden sind den russischen Pass anzunehmen. Die Russifizierung ist nachhaltig, die Russen sind dort drin, nicht um zu gehen, sondern um zu bleiben. Vielen Dank, Herr Oberst. Das waren wirklich extrem spannende Einblicke und auch Ihnen und euch besten Dank für‘s Zuschauen und bis zur nächsten Folge von „

Nachgefragt

.“