YTread Logo
YTread Logo

Herzblut fŘrs Dorf | die nordstory | NDR

Herzblut fŘrs Dorf | die nordstory | NDR
Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2018 Endlich! Ihre Idee wird umgesetzt. Ja, toll. Toll zu sehen, wie das jetzt richtig Form annimmt und in die Dimensionen w├Ąchst. Ja, sch├Ân. Ph├Ąnomenal, das Interesse, auch hier an der Baustelle. Wie die Leute kommen, jeder h├Ąlt mal an, guckt mal. Alle freuen sich, sagen: "Hey, ich habe Lust, mitzumachen." Mitzubauen, mitzuarbeiten. Es sind immer noch viele engagierte Leute dabei. Es werden mehr als weniger. Ein neuer

Dorf

laden in Mariensee. Seit f├╝nf Jahren kreisen ihre Gedanken, leistet sie Vorarbeit. Seit f├╝nf Jahren sucht Nadja Bolte Mitstreiter. Nee, du hilfst uns bei der Heizung. Ja, ja, ja. Energie ist ja das Wichtigste.

Dorf

bewohner ... ... mit Bauprofis - Hand in Hand. Einen Teil der Baukosten haben die Marienseer selbst aufgebracht. Sie wollen wieder einen Laden. Der letzte schloss vor sieben Jahren. Der Weg aus dem

Dorf

, um sich zu versorgen, ist anstrengend gewesen, kostet Geld, kostet Zeit. Muss man organisieren, mit kleinen Kindern braucht man ein Auto ... Zwar nur acht Kilometer, aber man muss los. Darum schaffen wir diesen Ort, wo man sich treffen und versorgen kann. Dann wird auch wieder Kommunikation stattfinden. Das h├Ąlt so ein

Dorf

lebendig. Nadja Bolte hat Hilfe. Aber als Gesch├Ąftsf├╝hrerin der Baugemeinschaft muss sie alles koordinieren. Sie will im Herbst er├Âffnen. Dieses Stressprojekt tut sie sich an nicht f├╝r Geld - aus Liebe zum

Dorf

. Weit und breit auch kein Laden. Dieses Schicksal teilen auch...
herzblut f rs dorf die nordstory ndr
seine Kunden: Uwe Maas. Unterwegs in der L├╝neburger Heide. Mit Emma, seinem rollenden

Dorf

laden. Meine ├Ąlteste Kundin ist 98. Sie glauben nicht, wie oft ich in den Arm genommen werde, wenn ich den Leuten die Eink├Ąufe nach oben getragen habe. Sie sagen dann: "Danke! Bis n├Ąchste Woche. Werd uns blo├č nicht krank." Das ist, was einen so ... Es ist ja so: Wenn man wei├č, die Leute warten, dann kann man nicht krank machen beziehungsweise zu Hause bleiben. Jedenfalls ich nicht. So ist Uwe Maas: In 18 Jahren nur vier Krankheitstage. In Sprengel auf dem K├Ânigshof kennt er schon die dritte Generation. Kundin der ersten Stunde ist Leni Renken. Als Uwe Maas sie damals fragte, ob er sie beliefern k├Ânne, sagte sie sofort zu. Leni Renken hatte keinen F├╝hrerschein. Guten Tag! Guten Tag, Uwe. Na, wie geht dir das? Ruhebed├╝rftig. Joah. Aber sonst geht's dir gut? Geht. Bevor Leni Renkens Schwiegertochter bei Uwe einkauft, kauft Uwe bei der Landwirtin des K├Ânigshofes. Die Kartoffeln vom K├Ânigshof verkauft er in seinem Wagen weiter. Uwe verkauft auch Eier und Milch vom Hof, sogar selbstgestrickte Socken. Regionale Ware geht gut. Zwei sind einged├Ątscht, aber ich hab nicht abgebissen. (lacht) Is gut, wenn du das versicherst, glaub ich das mal. Welche Bonbons f├╝r Oma? Nehmen wir mal die. Dann haben wir 66 ... ... und dann zehn Kartoffeln. ... 20 ... 46,22, ja. Zwei hab ich noch. Heut Abend gehst zum Geburtstag, ne. Richtig. Woher wei├čt du das? Du wei├čt doch, ein guter...
herzblut f rs dorf die nordstory ndr
Kaufmann hat die Augen und Ohren ├╝berall. Und 80, ne. Danke sch├Ân. Nicht nur Einkaufen ist ein Problem auf dem

Dorf

. Auch Kneipen und Gasth├Âfe haben dichtgemacht. Wie der M├╝hlengasthof in Landesbergen. J├╝rgen Meyer und sein Partner Attila Vestdalen wollen ihn wiederbeleben. J├╝rgen kommt aus dem

Dorf

, ist zur├╝ckgekehrt nach 30 Jahren in Schweden. Dann ergab sich das, dass der M├╝hlegasthof frei geworden ist. Attila hat immer dar├╝ber gesprochen, dass wir hierher ziehen. Wir haben bei Besuchen meiner Eltern uns den M├╝hlengasthof auf Spazierg├Ąngen oft angeschaut. Er hat damals schon gesagt, das w├Ąre das Richtige f├╝r uns. (Schwedisch) Die ganze Umgebung hat mich angesprochen. Die alten Fachwerkh├Ąuser, die M├╝hle, so zentral im

Dorf

: Da braucht man nicht viel Phantasie. Ein Selbstl├Ąufer. Die Probleme, die es hier immer gab, habe ich nie verstanden. Als ich dann erfuhr, dass der M├╝hlengasthof wieder leersteht, ging es in meinem Kopf richtig los. Attila und J├╝rgen sind mutig, trauen sich etwas. Der M├╝hlengasthof stand oft und lange leer. Auch J├╝rgen sieht eine Perspektive: Er hat Gartenbau studiert, in Schweden Kr├Ąuter vermarktet. Ein Managerjob, oft im Flugzeug - kaum gemeinsame Zeit. In Landesbergen m├Âchten sie zusammenarbeiten. J├╝rgen will Kr├Ąuter und Gem├╝se anbauen f├╝r Attilas K├╝che. Wir wissen, was wir k├Ânnen und was wir wollen und was wir selber m├Âgen. Ich glaube, viele Menschen m├Âgen das auch. Dass es wieder gesellschaftlich, gastlich wirkt. Nicht...
herzblut f rs dorf die nordstory ndr
so abgefahrene L├Ąden, wo man reingeht und es wirkt kalt. Sondern wir haben f├╝r jeden ein bisschen Zeit, dass man ein Pl├Ąuschchen h├Ąlt. Das ist das, was man selber auch gerne m├Âchte: Wenn ich in ein Gasthaus komme und man wird direkt angesprochen. Man macht untereinander Leute bekannt. Das ist ganz wichtig. Zum Wohl! (alle) Auf J├╝rgen und Attila! Prost! Prost! Sehnsucht nach mehr

Dorf

gemeinschaft, in Landesbergen in Niedersachsen. 35 Kilometer entfernt, in Mariensee, ist es ├Ąhnlich. Nadjas

Dorf

. Sie selbst ist zugezogen, kommt aus dem Lipperland. Seit zehn Jahren ihr

Dorf

: 1000 Einwohner, Kindergarten, Grundschule, Arzt. Wenn ich durchs

Dorf

radel, und das tue ich oft, denke ich mir: Das w├Ąr gut, wenn du hier auch zum Einkaufen gehen kannst. Auch die Atmosph├Ąre im Ort. F├╝r mich ist es eh so, als ginge mein Wohnzimmer im

Dorf

weiter. Das ist sch├Ân. Weil alle aus der Familie da Spa├č dran haben. Wir sind auch einer Meinung, wenn's um Fragen zum

Dorf

laden geht. Das ist gut. Da leidet die Familie noch nicht drunter. Der Garten leidet. Aber er wird's mir verzeihen. Nadja ist noch entspannt, mit den Handwerkern hat sie feste Vertr├Ąge gemacht. Sie arbeiten zwar bis zur Deadline, aber es kann gefeiert werden. Hier ist schon Wasser drin. Ja, aber es kann ja sein, dass wir Nachschlag brauchen. Hallo! Das ist aber sch├Ân, es gibt Kuchen! Ein Drittel der

Dorf

gemeinschaft ist Teil des Ganzen, besitzt Anteilsscheine, finanziert die 480.000 Euro Kosten mit. Ach, da ist ja...
der Kaffee! Dann kann's ja losgehen. * Jubel und Applaus * Heute noch mal alle einschw├Âren, hat sich

Dorf

laden-Initiatorin Nadja vorgenommen. Danke an die Bedenkentr├Ąger, an denen wir immer wieder wachsen! Danke an die positiven R├╝ckmeldungen, die uns immer wieder best├Ąrken in unserem Tun! Danke f├╝r die geleisteten Arbeitsstunden, noch bevor es auf dieser Baustelle endlich losging! Wir bauen hier Zukunft. Wir schaffen in der Ortsmitte Mariensees was ganz Neues. F├╝r alle und f├╝r jeden. Den

Dorf

laden Mariensee. Gemeinsam. Prost! (alle) Prost! Nadja findet die richtigen Worte, ihre Botschaft kommt an: Euphorie und Tatendrang. Dann sehen wir, was die n├Ąchsten Schritte sind. Wir wollen einen Lieferservice anbieten. Gerade mal Richtfest und sie planen n├Ąchste Projekte.

Dorf

laden war eins von vielen Dingen. Was sind die n├Ąchsten Projekte? Das will ich h├Âren. Da k├Ânnen wir nicht so viel verraten. Uwes

Dorf

laden rollt kreuz und quer durch den Heidekreis, h├Ąlt in 35 D├Ârfern, f├Ąhrt 120 Kilometer t├Ąglich. Er hat 280 Kunden. Meine Kunden sind alle treu. Ich habe zu ... Zu 100 Prozent hab ich Stammkundschaft. Und in den Jahren ... ... bilden sich auch Freundschaften. Manche Sachen werden mir erz├Ąhlt, die w├╝rden sie keinem anderen erz├Ąhlen. Da hat sich ein Vertrauensverh├Ąltnis eingestellt. Hallo, Uwe, da sind Sie ja. Ja, hab etwas Versp├Ątung. Ich wollte Ihnen grad 'nen Liebesbrief schreiben. Hab ich ja Gl├╝ck gehabt. Ich wollte den Korb hinstellen, Sie wissen ja...
Bescheid. Aber hat ja noch geklappt. Und sch├Ânes Wetter bringen Sie mit. Wie immer. Liebesbriefe und Geschenke sind das Eine. Diese Frau bewundert ihn. Elisabeth Weihrauch, fr├╝her die Seele dieses Lebensmittelladens in Marxen. Vor f├╝nf Jahren gab sie ihn auf. Seitdem hat Marxen keinen Laden mehr. Jeden Dienstag macht sich die 83-J├Ąhrige auf den Weg zu Uwe. Die Zahl kleinerer Lebensmittell├Ąden hat sich zwischen 1990 und 2010 mehr als halbiert. Uwe ├╝bernimmt jetzt sozusagen ihre Funktion: Grundversorgung und - viel wichtiger - Informationszentrale. Hallo, guten Tag. Was der fahrende Kaufmann f├╝rs

Dorf

leistet, kann die Ex-Gemischtwarenh├Ąndlerin bestens nachvollziehen. Hallo, Hanna! Oh, wer ist denn hier? So, einmal die Kartoffeln? Ja. Hier rein. Und die gleich hier rein ... Blomenkohl ... Dat is grad f├╝r zwei Personen. Dat reckt for uns! 23,46. Seit wir den Laden nicht mehr haben, wei├č ich nicht so viel Neues, wie man sonst wusste. Ach Gott, ja. Aber das ist ja denn auch normal. Ich bewundere Uwe, dass das so funktioniert mit ihm. Er ist so ein lieber, netter Mensch, aber einfach hat er das bestimmt nicht. Ich sage jedem: Geht mal zu Uwe. Er hat alles, und was er nicht hat, hat er n├Ąchsten Dienstag. Aber manche lassen sich nicht bekehren. Sie denken, dass sie ewig jung und mobil bleiben. Wenn die Zeiten anders werden, ist Uwe vielleicht nicht mehr da. Vier Milch ... Ja. Vier Joghurt. Mit Frucht? Ja. St├Ąrkemehl. Kartoffelmehl? Ja, Kartoffelmehl. Ja. Kaffeefilter,...
102. Ja. Und ein Brot mit K├Ârnern. K├Ârner habe ich heute nicht. Ich hab so was ... Ja, das nehme ich. Ja? Musst du wieder Butterkuchen backen? Morgen. Ach so. Wie viel musst du backen? Mal sehn, drei Partien sind das. So, was bekommst du? Das Mehl hab ich noch vergessen. Ja. 24,36. F├╝r eine Kundin bringe ich alle 14 Tage die M├╝lltonne raus. Da kriegen wir uns auch immer b├╝schen in die Wolle. Sie will mir immer 5 Euro daf├╝r geben, denn sie hatte einen jungen Mann, der daf├╝r 5 Euro genommen hat. Dann meint sie, das krieg ich auch. Aber das will ich gar nicht. Das ist mir zu bl├Âde dann. Entweder man macht so Sachen gerne, oder man l├Ąsst es. Uwe f├Ąhrt auch regelm├Ą├čig zur Reinigung, Apotheke und zur Schuhreparatur. F├╝r seine Kunden, die niemanden sonst fragen m├Âgen. * Fr├Âhliche Musik * Ick woll den Spargel abholen, den ick gestern bestellt hab. Ja. Landesberger Platt. J├╝rgen hat es nicht verlernt. (Plattdeutsch) Einkauf im

Dorf

beim Bauern: Das

Dorf

einbinden geh├Ârt zum Businessplan der neuen M├╝hlenwirte. Die erste Spargelsaison f├╝r Attila. Attila, der ungarische Koch, hatte in Malm├Â/Schweden ein Restaurant - mit italienischer K├╝che. F├╝r den M├╝hlengasthof hat er sich ein eigenes Konzept ├╝berlegt. Ich mag die deutsche K├╝che. Gr├╝nkohl, Spargel, Ente, all das soll es weiter geben. Ich arbeite mit mich da hinein. Ich will den Landesbergern, die mich so gut aufnehmen und mir eine Chance geben, aber auch was anderes servieren. Meine guten Erfahrungen aus...
anderen K├╝chen will ich unbedingt einbringen. Mit Neuem und Traditionellem wollen die beiden auch den Saal wiederbeleben. Erste Anfragen: Noch mal kieken ... Shantychor kommt, ne? Gesangverein kommt. Shantychor? Ja, genau. Kein Problem, das krieget wie geregelt. (Dialog auf Schwedisch) Wir haben gesagt, zwei Jahre schauen wir, wie sich das etabliert, ob sich das rechnet. Im Moment arbeiten wir von morgens bis abends. Also rund um die Uhr so ziemlich. Nat├╝rlich wollen wir auch mal irgendwann wieder Freizeit haben und uns ein bisschen um unsere privaten Sachen k├╝mmern. Aber die zwei Jahre haben wir uns gegeben. Ob das was wird? Ich denke schon, es sieht gut aus. Aber man wei├č es nicht. Ged├Ąmpfte Erwartungen. Kein Wunder - in acht Jahren fingen im M├╝hlengasthof f├╝nf Wirte an - und h├Ârten wieder auf. Sogar ein Swingerclub soll hier betrieben worden sein. Die B├╝rgermeisterin sah alle scheitern, sie hofft auf die Wende. Heidrun Kuhlmann schaut oft vorbei. Sie unterst├╝tzt die neuen Landesberger. Heute geht es um das Hochzeitszimmer in der M├╝hle. Hallo, Attila. Wie geht es? Danke, gut. Ja, immer. Immer. Optimist von Haus aus. Sonne hab ich auch mitgebracht. Ja. Attila und J├╝rgen wollen das Ambiente der Holl├Ąnderwindm├╝hle aus dem 19. Jh. nutzen. Einen speziellen Hochzeitsempfang anbieten. * Fr├Âhliche Popmusik * Das Dach ist drauf, die Fenster sind drin. Und Nadja hat einen

Dorf

ladenberater engagiert. Dann nehmt ihr die K├╝hlzellen f├╝r Obst und Gem├╝se, dann habt ihr...
das Problem mit der Trennung nicht. Ihr habt das sowieso nicht, ihr habt unten die K├╝hlf├Ącher. Ihr bekommt doch jeden zweiten Tag Metzger-Ware? Ja. Von Beginn an coacht Wolfgang Gr├Âll die Marienseer. Hat den Standort analysiert, Finanzierung und Bauplanung begleitet. Heute geht es um Ausstattung: stilvoll, aber nicht zu teuer. Wo ich einfach nur durchgehen kann ... Genau. So wie im Wilden Westen. Der Coach des

Dorf

ladennetzwerks ber├Ąt 18 L├Ąden in Deutschland. Er wei├č, dass eine Kaffeemaschine f├╝r 12.000 Euro schon einen

Dorf

laden ruiniert hat. Gerade bei der Kaffeemaschine, das ist immer ein Problem. Ich w├╝rde erst leasen. Genau. Dann wisst ihr, wo die Reise hingeht, dann gezielt eine kaufen. Was ich hoch anerkenne und sch├Ątze, ist die Ruhe und Beharrlichkeit, die man nicht sofort sieht. Man meint, das ist eine kleine Gruppe, die wurschtelt vor sich hin. Aber sie ist straff organisiert und zielorientiert. Ohne, dass man gro├če Spannungen bemerkt. Diese Mischung funktioniert hervorragend, das genie├če ich. Es ist eine gute, eingearbeitete Truppe. Es kommt auch immer mal einer dazu. Der ein oder andere hat auch gemerkt: Mit der Art zu arbeiten komme ich nicht klar. Gerade Handwerker muckeln gerne vor sich hin, wie er so will. Der st├Â├čt hier an seine Grenzen. Der ein oder andere hat gesagt: "Nee, da mache ich nicht mehr mit." "Hier wei├č keiner Bescheid!" Dann suche das Gespr├Ąch und frage nach: Was ist denn los? Es ist ja niemand gezwungen. Man...
bringt sich freiwillig ein - das ist herzlich willkommen. Die kommen auch wieder! Der Berater mahnt, der Innenausbau mit Ehrenamtlichen m├╝sse vorangehen. Sonst klappe die Er├Âffnung im Herbst nicht, gibt er Nadja eindeutig zu verstehen. ... nur die Buchstaben leuchten. Noch bevor er seine Kunden trifft, hat Uwe ein Morgenprogramm. Und das jeden Tag au├čer sonntags. Seit 4.40 Uhr ist er auf den Beinen. 5.30 Uhr in der Teweler Landschlachterei. Moin! Bestellungen seiner Stammkunden: grobe Bratwurst, Rouladen, Schinken. 6 Uhr auf einem Parkplatz: ├ťbergabe Backwaren. Nichtverkaufte Ware geht zur├╝ck an den Rotenburger B├Ącker. ... die brechen mir auseinander. Wenn es geht, weniger Schokolade drauf. Am besten gar keine. Ja? Das ist zu warm im Sommer. Ist jetzt k├╝hler! Aber nur heute. Meinste, das kommt wieder? Gutes Verkaufen! Danke, gleichfalls. Hast du heute Schwabenkeulen dabei? Ja, mein ich. F├╝r morgen braucht ich eins. Backen wir morgen auch. Gut, alles klar. Okay. * Hahn kr├Ąht * * Hundegebell in der Ferne * 6.30 Uhr. Zur├╝ck auf Uwes Hof in Tewel. * Hundegebell * Die Bestellungen m├╝ssen einzeln verpackt werden. Auf der Tour muss es schnell gehen, er hat wenig Platz. Das K├╝hlregal ist mein Steckenpferd. Es ist das meiste, das rausgeht. Da ich einmal nur die Woche komme, ist das mit der Wurst schiet, wenn die nur noch zwei Tage hat. Ich habe das so gelernt. Es muss alles sch├Ân ... Abends gehe ich lang und guck, ob alle Gl├Ąser ... ... alles mit dem Gesicht nach vorne...
ist. Und im Sommer gehe ich mit dem Handfeger r├╝ber, weil es so staubt. Damit das immer schick und schier aussieht. 7 Uhr. Uwes Lager: noch mal 15 Bestellungen. Alles ohne Computer, alles nur im Kopf. Wenn ich mal Stromausfall hab, hab ich kein Problem. * Fr├Âhliche Musik * 7.30 Uhr. Startklar! Heute nicht auf der Baustelle. Nadja muss sich ums Sortiment k├╝mmern. In der B├Ąckerei Bundschuh in St├Âckendrebber. Nur 16 km von Mariensee entfernt. Kurze Wege, ein Pluspunkt auf Nadjas Wunschliste. Ich meine geh├Ârt zu haben, ihr baut das Getreide selber an? Ja, das Getreide kommt von uns. Mein Mann ist Landwirt. Wir haben einen Bio-Betrieb und bauen Dinkel und Weizen an. Die Hauptbackgetreide haben wir im eigenen Anbau und beliefern

Dorf

- und Hofl├Ąden und Biol├Ąden. Und wir w├╝rden Sie auch gern beliefern. Ja, sehr sch├Ân, die Nachfrage ist gro├č. Wir haben Umfragen gemacht, was die Leute so kaufen wollen, und da fiel Ihr Betrieb immer wieder. Das

Dorf

laden-Sortiment muss sich abheben vom Supermarktb├Ącker, hat der Berater betont. Das ist locker, aber mit vielen K├Ârnern. Ah ja, verschiedene. Ja. Mit Mohn, Sonnenblumen- und K├╝rbiskernen, ganz lecker. Es ist ein Dinkelteig mit Roggen und Hafer. Bisschen lieblicher. Ein wenig Honig ist drin. * Verspielte Klaviermusik * Danke sch├Ân. Oh, noch warm! Ja, das letzte, was wir aus dem Ofen holen. Alles vom eigenen Hof - biologisch und regional: Nadjas Traumsortiment. * Hupen * Pfingsten. * Hupen * Gro├čer Preis von Landesbergen. Das...

Dorf

an der Weser ist Etappenpunkt mit Spargelessen im M├╝hlengasthof. Wir haben genug Spargel. Du hast ja die Welt gesehn! Wenn man Landesbergen gesehen hat, hat man die halbe Welt gesehen. Nat├╝rlich ist das wichtig f├╝r uns. Das geht ├╝ber Facebook und die sozialen Medien. Es kommt r├╝ber, dass wir etwas machen. Hier treffen sich Leute, sei es nun mit alten Autos oder sonstiges. Nat├╝rlich werden die umsorgt, damit sie n├Ąchstes Jahr auch wiederkommen. Es w├Ąre sch├Ân, wenn es ihnen gef├Ąllt. * Fr├Âhlich-spannende Streichmusik * 60 Leute auf der Terrasse - und eine Servicekraft hat sich krankgemeldet. Hallo Sarah, ich wollte fragen, ob du heute arbeiten kannst. Auch das Restaurant ist voll: eine Silberhochzeit und a la carte. Drau├čen: erstes Unbehagen. Es dauert. * Klingeln * Drinnen, drau├čen - alle m├Âchten das Edelgem├╝se zur selben Zeit. * Musik * Unser Mitarbeiterstamm w├Ąchst, und da sind Leute dabei, wo man sieht, dass wird in Zukunft gut werden. Aber so weit sind wir noch nicht. Man muss Ressourcen haben, Personal auch anrufen k├Ânnen. Aber es ist Pfingsten, viele haben etwas anderes vor. Da ist es nicht leicht, Personal zu bekommen. Danke f├╝r das tolle Essen! Bitte. Bis zum n├Ąchsten Mal. Alles klar. Tsch├╝ss. (M├Ądchen) Tsch├╝ss! Tsch├╝ss! Mega Stress, aber am Ende sind beide zufrieden. * Countrymusik * Feiertag - auch f├╝r Uwe. Zeit, etwas l├Ąnger zu schlafen. Zeit mit der Familie. Das Faible f├╝r alte Fahrzeuge hat er vererbt an seine vier Kinder. Gemeinsam...
fahren sie auf Oldtimer-Ausstellungen. Heute in einen Gasthof. Den Trecker, wo ich mit gefahren bin, habe ich schon fast 30 Jahre. Den kleinen von Claudia habe ich aus einem Schuppen geholt, der abgerissen werden sollte. Den habe ich geschenkt gekriegt, hab den da rausgezogen. Seitdem ... Farbe hat er gekriegt, sonst wurde nichts dran gemacht. Den, den Jan hat, hab ich von einer Oma gekauft. Bei Uwes 70- bis 80-Stundenwoche ein seltenes Vergn├╝gen. Die

Dorf

ladenfassade ist fertig, innen ist nicht viel passiert. Heute wollen sie viel schaffen. * Kreiss├Ąge * Das m├╝ssen wir alles lackieren. Da kommt 'ne andere Farbe dran als da oben. Das muss lackiert werden. Der Sommer ist sch├Ân, wer hat da Lust zum Innenausbau? Nadjas treue Helfer: Pension├Ąre. Ein Bankdirektor, ein Schriftsetzer, ein Kraftfahrer. Keine Facharbeiter. Au├čer Frank, gelernter Schlosser, Nadjas Lebenspartner. * Kreiss├Ąge * Die Hobbyhandwerker haben deshalb Frank zum Chef gew├Ąhlt. Weil Not am Mann ist, verbringt Frank seinen Urlaub auf der Baustelle. ├ťber zu kurz abges├Ągte Balken sieht er mittlerweile hinweg. Das sind zwei Meter. Genau zwei Meter. Wir haben den falschen Strich abgeschnitten. Die Initiatorin will es sich nicht anmerken lassen, ist aber nicht zufrieden mit dem Baufortschritt. Kurze Pause. Nadja ist jetzt fulltime im

Dorf

laden-Ehrenamt. Kurzfristig tritt sie sogar beruflich k├╝rzer. Sie hat Angst, dass ihr die Liefertermine entgegenpurzeln. Du willst die n├Ąchste Sitzung Donnerstag? Ja....
N├Ąchste Woche. Gro├č Urlaub war nicht, das habe ich kommen sehen. Wir k├Ânnen spontan mal ..., aber das ging vor. Nicht nur die Baustelle. Auch die n├Ąchsten Schritte m├╝ssen geplant werden. Die Personalsuche hat begonnen. Der Rest musste sich drum herum drapieren. Tragen das alle mit? Ja, das ist eine einmalige Sache. Das ist die letzte Phase. Wir haben uns vier Jahre f├╝r ins Zeug gelegt. Erst daf├╝r gek├Ąmpft, dass Leute mitmachen, dann, dass Geld kommt. Es waren immer H├╝rden. Jetzt ist alles da, wir k├Ânnen Material bestellen, wie wir wollen, und es verbauen. Es wird. St├╝ck f├╝r St├╝ck. Und ... Es macht ja auch Spa├č. Es ist abzusehen. In der Finanzierung ist ehrenamtliche Arbeit f├╝r 60.000 Euro einkalkuliert. Die neuen M├╝hlenwirte leben im

Dorf

, oben im Dach bei J├╝rgens Eltern. * T├╝rglocke * J├╝rgen und Attila gaben in Schweden ein Haus mit Garten auf. In Landesbergen wollen sie schauen, wie es sich entwickelt. Familie und Freunde unterst├╝tzen sie, haben Aufgaben ├╝bernommen. Wochenenden sind immer ausgebucht. J├╝rgens Vater haben sie als K├╝chenhilfe engagiert. Wie viel brauchen wir? Drei Eimer. Aber so 'ne kleinen? Nein, gro├če. Ob das etwas wird? Ich war skeptisch, muss ich ehrlich sagen. So 'nen Laden, der so 'nen negativen Ruf hat, wieder in Gang zu kriegen, ist nicht einfach. Aber es ist wohl ein Vorteil, dass J├╝rgen ein Einheimischer ist. W├Ąre ein Fremder reingekommen, w├Ąre es nicht so gelaufen. Das ist sicher ein Vorteil. Wann muss ich sie...
fertig haben? Heute Vormittag zwei und heute Abend einen - Abends einen. Ganz voll. Das schaffe ich noch. Wenn gleich die G├Ąste kommen. Okay. Kannst gleich welche mitnehmen. Bis heute Abend. Tsch├╝ss! Ganz neue Herausforderungen f├╝r den 77-j├Ąhrigen Landwirt. Na, hast du alles klar? Nee, ich muss drei Eimer sch├Ąlen, haben sie gesagt. Das ist ja 'ne Masse! Auch J├╝rgens Mutter, eine begnadete K├Âchin, hat neue Aufgaben, mit 74. 'ne Mutter wird immer eingebunden. F├╝r Attila war es ja auch schwer, die ganze Essmethode in Landesbergen von H├╝hnersuppe bis Eierstich, das kannte er gar nicht. Da wird Mutter gefragt. Und W├Ąsche ist schon das Thema: "Kannst du mal ...?" Ich mache es gern, wenn wir's nicht mehr k├Ânnen, dann m├╝ssen sie sehen, dass sie klarkommen. Ich habe zu ihr gesagt: Alles, au├čer Kartoffeln sch├Ąlen. Dann brauchten sie mehr und ich bin mit angefangen. Da habe ich mir die Technik ausgekl├╝gelt. Nun geht's wie geschmiert. Die Bezahlung: Gratis-Essen im M├╝hlengasthof. * Country-Musik * Auch bei Uwe w├Ąscht eine Hand die andere. Moin. Einmal einkaufen. Ja, geh schon rein. Er tankt, die Tankstellenbesitzerin kauft ein. Was die Kunden nicht sehen: Auch hinter Uwe steht seine Familie. Und dieses Auto. Das gute St├╝ck hat 27 Jahre auf dem Buckel. Meist reden wir von ihr, als ob sie zur Familie geh├Ârt: Emma. * Lachen * Uwe hat noch ein paar Kunden. Die Packliste f├╝r morgen hat er seiner Familie geschickt. Ja. Zwischen 15 und 19 Uhr kehrt...
er zur├╝ck. Heute hat er sich beeilt. Uwe hat noch einen wichtigen Termin. Butterst├Ąbchen. Einmal Schokoparty, zwei Topfreiniger. Na, fertig mit Packen? Seine Frau Manuela und seine Kinder unterst├╝tzen ihn. Und das t├Ąglich! Manchmal ist das nervig, dass man nachmittags nicht so viel Zeit hat. Es gibt auch Tage, wo man mehr Zeit hat. Maxi, wie siehst du das? Ich seh's genauso. Es nervt manchmal schon, aber es geht. Es ist ja nur 'ne Stunde. Wenn sie keine Zeit und Lust haben und es vorher sagen, m├╝ssen sie nicht unbedingt. Heute m├╝ssen sie, Uwe muss los. Der 27 Jahre alte Verkaufswagen hat 600.000 Kilometer runter. Ein neues Auto kann Uwe sich nicht leisten: 130.000 Euro. Ein Kunde berichtete ihm von einer F├Ârderung. Heute soll er sich vorstellen, sein Gesch├Ąftsmodell erkl├Ąren. Wenn was auf mich zukommt, wo ich wei├č nicht, was, dann ... ... gibt's immer Bauchweh. Was da f├╝r Fragen kommen, wei├č ich nicht. Ich bin den ganzen Tag auf Tour gewesen und konnte nicht abschalten. Wir haben das Auto noch gepackt, damit es voll aussieht, und sie sehen, wie ich morgens losfahre. Aber besser mit Bauchweh hingehen, als zu sagen: "Denn mal zu." Sie entscheiden, ob Uwe in einen Wagen investieren kann. Es geht um 45.000 Euro: Zuschuss f├╝r einen gebrauchten Wagen. Dann ist ein entscheidender Faktor die K├╝hlung der empfindlichen Lebensmittel. In einem neuen Fahrzeug h├Ąttest du bessere K├╝hlm├Âglichkeiten. Ja, die K├╝hlung ist da besser. Wir haben alles...
leergekauft. Die Heide-Naturpark-Regionen beraten. Im Herbst bekommt Uwe Nachricht. Hochzeit im Saal. Das ist zu dunkel. 97 G├Ąste. * Fr├Âhliche Musik * Dann Abmarsch. Das ist der falsche, wir brauchen normalen Grauburgunder. So sieht der aus. Macht den im K├╝hlraum auf und guckt nach. Alle wissen: Die Braut ist vom Fach, vom Hotelfach! Die Familie aus dem Ort. Wir geben uns gr├Â├čte M├╝he, hoffen, dass es klappt. Im

Dorf

ist es besonders wichtig. Wenn es nicht gut l├Ąuft, ist es das

Dorf

gespr├Ąch da. Wir hoffen, es klappt. Personal ist perfekt, wir haben genug da. Sollte keine Probleme geben. Auf geht's! Seid ihr soweit? Ja! Die Braut w├╝nscht den Suppenmarsch. Eine Choreografie. Alle Terrinen m├╝ssen gleichzeitig raus. * Fr├Âhliche Marschmusik * Zumindest f├╝r J├╝rgen eine gro├če Ver├Ąnderung: Vom Kr├Ąutermanager zum M├╝hlenwirt. Viel sp├Ąter: Die K├╝che ist fertig. Zeit f├╝r einen Drink mit den Freunden, die geholfen haben. Das lief doch ganz gut! Ja. Mit exklusiven Highlights m├Âchte Nadja Kunden in den

Dorf

laden locken - auch ein Tipp vom Coach. 50 Kilometer entfernt wird sie f├╝ndig: Kaffee aus Niedersachsen. Die Bohnen sind aus Lateinamerika. Hier in B├╝cken werden die Aromen herausgekitzelt. Mhm. Hm. Kaffee. Ganz leicht, etwas Zucker. Darf ich den hier? Genau. Das ist der Honduras. Mhm. Ah! Anders. Bisschen ... Der ist ausgewogener. Ja, genau. Wir beim

Dorf

laden versuchen, mit regionalen Produzenten zusammenzuarbeiten und sie in unseren Markt zu holen. Aber Kaffee...
w├Ąchst ja hier gar nicht. Die Produzentin vom Honduras-Kaffee kennen wir seit 18 Jahren. Ich war da t├Ątig in der landwirtschaftlichen Beratung. Dadurch sind enge Beziehungen zur Produktion und Vermarktung entstanden. Die

Dorf

laden-Probleme holen sie zu Hause wieder ein. Die K├╝hlregale haben Lieferschwierigkeiten. Es ist dann Nadjas Mann, der sie auff├Ąngt - meist mit Humor. * Country-Musik * Noch hat Uwe nichts geh├Ârt, ob die F├Ârderung f├╝rs Verkaufsauto klappt. Er selber glaubt nicht mehr dran. Die K├╝hlung muss durchhalten. Moin! Heute 'n bisschen eher? Bisschen, ja. Hallo. Eier brauche ich noch. Wie viele? Zehn? Vielen Dank. 10,68. Die Anzahlung. Ich gehe davon aus, dass ich es wohl nicht kriegen werde. So viel Gl├╝ck hatte ich noch nie. Es w├Ąre nat├╝rlich nicht schlecht, das will ich nicht sagen. Aber wenn es nicht ist, ist es so. Das Leben ist nicht immer ein Wunschkonzert. * Heitere, flotte Musik * Der ist sch├Ân. Ja, diese auch. Maritimes Gem├╝se in den Schweinetr├Âgen. Wie viel Gramm musst du hevn? Vor zw├Âlf Jahren gaben J├╝rgens Eltern den Spargelhof auf. Ihr Sohn, der heimgekehrte Gartenbauer, vergr├Â├čerte den Bauerngarten wieder. Hier, de Rosmarin, den m├Âst ig. Wi nemt einfach de K├Âppe ab. Jo? Dann drift de von unnen mehr ut. Vorgenommen hatte er sich viel mehr. Diesmal habe ich genommen, was Platz braucht: Zucchini, K├╝rbisse, Tomaten. Wenig Arbeit, hochbinden und man pfl├╝ckt sie ab. K├╝rbisse erntet man im Herbst. Im n├Ąchsten Jahr kommt alles...
dazu: von Rucola ├╝ber Spezialit├Ąten ... Das ist fest in Planung. Die Leute fragen danach, ob das alles aus dem eigenen Garten ist. Das meiste schon. Aber ich hatte nicht die Zeit, mehr anzupflanzen. * Ruhige Musik * 11.000 Euro. Jetzt kommen Sachen f├╝r 11.000 Euro. Das wei├č ich schon. Haste 'n Portmonee mit? Es h├Ârt nicht auf. Wieder so eine Situation, die Nadja noch nie erlebt hat. Der Endspurt ist heftig. F├╝r alle. Das Grundsortiment sollte vor Wochen kommen. Jetzt sp├╝rt auch Nadja, was sie sich zumutete. Sie schl├Ąft schlecht. Ach herrje! Jetzt wird mir langsam warm. Bitte. Danke. Wenn was nicht stimmt, m├╝ssen Sie anrufen. Auch der Kram hier. Immer anrufen! Ja, da kenne ich keine Scheu mehr. Der

Dorf

laden sollte schon ge├Âffnet haben. Erst kamen die Regale nicht, dann die K├╝hltheken. Es war ein Hin- und Hergeschiebe. Schere habe ich in der Tasche. St├Ąndig ├Ąndert sich etwas, bis sp├Ąt abends. Das zehrt. Das Ziel vor Augen zu haben, dass wir hier irgendwann einkaufen und einen Kaffee trinken k├Ânnen, dieses Ziel hatten alle vor Augen. Deshalb haben wir an einem Strang gezogen, auch wenn es sehr anstrengend war und untereinander mal schwierig war. Es hat auch Reibereien gegeben. Die Leute warten drauf. Das gibt Energie, dass man es schaffen kann. Es ist sch├Ân, dass es jetzt soweit ist! Ein Ehrenamt ohne Ende, davor hatte der

Dorf

ladenberater eindringlich gewarnt. Das funktioniert nicht. Das h├Ąlt keiner aus. Haha! Leute, der Cappuccino ist fertig! Ist alles...
fertig, ├╝bergibt Nadja das Tagesgesch├Ąft an Kathrin Reimann, die Marktleiterin. Sie hat neun Mitarbeiter. Die Initiatorin, die alles ins Rollen brachte, kommt bald nur noch zum Einkaufen und Kaffeetrinken. Ich dachte, ich w├╝rde studieren, eine Doktorarbeit schreiben oder damals in der B├Ąckerei den Meister machen. Das war mir immer alles zu sinnlos. Irgendwie ist das mein Meisterst├╝ck, keine Ahnung. Meine Doktorarbeit - f├╝r mich pers├Ânlich. Mit viel Zeit und Geduld und Energie und ... Ich w├╝rd's wieder machen. Seit einem Jahr in Landesbergen. Die neuen M├╝hlenwirte wollen feiern. Ich gratuliere dir! J├╝rgen, dir auch! Gl├╝ckwunsch zum Einj├Ąhrigen, alles Liebe euch beiden. Ich freu mich, dass ihr hier seid! Sehr lange war es nicht mehr in Betrieb: das Backhaus. Attila will das altdeutsche Handwerk lernen, von Willi M├╝ller, dem ehemaligen B├Ącker. Zur Feier des Tages soll es Zuckerkuchen geben. Heute vor einem Jahr ist der M├╝hlengasthof zu neuem Leben erweckt worden. Das ist sch├Âner als sch├Ân! Lieber J├╝rgen, lieber Attila, ihr m├╝sst n├Ąherkommen. Weil wir jetzt f├╝r euch ... ... zum allerersten Mal, bevor wir weitersingen, ein St├Ąndchen singen m├Âchten. Also, h├Ârt zu, alles Liebe von uns allen, von allen Landesbergern. Danke. (im Kanon) # Alles Gute Zum Geburtstag W├╝nschen wir heute euch # Danke. Fertig. Noch m├╝ssen J├╝rgen und Attila ├╝berall sein. Morgen, nach der Feier, soll sich was ├Ąndern. Der selbstgebackene Kuchen! Morgen f├Ąngt ein...
Vollzeitmitarbeiter an, der sie entlasten soll. Wir hatten viel zu tun die letzten Tagen. Die Zeit rennt uns weg. Wir waren heute Morgen nicht so gut vorbereitet. Wir sind 'ne Stunde fr├╝her aufgestanden. Und dann ging es los. Aber wir haben gute Freunde, Nachbarn, die helfen mit. Schon toll. Das gef├Ąllt uns gut. (Ungarisch) Er sagt, es kommen ja nicht nur die Landesberger, auch aus anderen D├Ârfern, es hat sich rumgesprochen. Man trifft immer wieder Leute, die man schon mal gesehen hat. Attila traut sich das schon, dass er Leute fragt, ob es geschmeckt hat. Ab und an ist das okay f├╝r ihn. Die neuen M├╝hlenwirte, die aus Schweden kamen, sind dankbar f├╝r den herzlichen Empfang. * Telefonklingeln * * Telefonklingeln * Die Show: ihr Geschenk an die Landesberger. * Gel├Ąchter * * Kichern * * Kichern * * Applaus * Die Tierdompteurin ist eine Bekannte. Der M├╝hlengasthof lebt. Morgen f├Ąngt der neue Mitarbeiter an. Das sieht alles nach Zukunft aus im M├╝hlengasthof bei J├╝rgen und Attila. Mit Marzipan. Apfelmus? Da vorne. Ach da! Uwe zu unterst├╝tzen, ist dem Marxener B├╝rgermeister wichtig. Uwes Angebote stellt er auf die

Dorf

-Website, macht Geschenke. Vier St├╝ck, wunderbar. Quittung ist drin. Hab ich gesehen, wunderbar. Gutscheine statt Pr├Ąsentk├Ârbe f├╝r Geburtstage und Jubil├Ąen. Eine sch├Âne Woche. Bis demn├Ąchst. Bleib gesund. Ich geb mir M├╝he. Deine Tasche. Ach ja! Sonst kriegst du ├ärger, wenn du nichts mitbringst! Tsch├╝ss! Uwe hat noch einen Termin. Er soll ins...
Rathaus kommen - sie haben entschieden. Entschieden ├╝ber seine Zukunft. Wie wir angefangen sind, haben viele uns ausgelacht: "Das wird sowieso nichts." Da wir immer nur alte Autos hatten. Da war das nicht so einfach, aber ich hatte meinen Bruder. Der hat die Autos repariert. Wenn ich manchmal den Kram schon hinschmei├čen wollte, sagte er immer: "Irgendwie kriegen wir das hin." Und es ging immer weiter - bis jetzt. Es geht um 45.000 Euro, gr├Â├čtenteils EU-F├Ârdergelder. Einen gebrauchten Wagen bek├Ąme er f├╝r 60.000. Die Differenz m├╝sste er selbst finanzieren. Guten Tag. Hallo. Hallo. Moin. Bitte. Danke. Es ist soweit. Die F├Ârderung ist bewilligt. Wir freuen uns. Gl├╝ckwunsch! Vielen Dank! Habe ich nicht mit gerechnet, ehrlich gesagt. Aber es ist super. Ja. Es ist ein tolles Projekt f├╝r unsere Region. Die weniger mobilen Menschen in unseren D├Ârfern haben die M├Âglichkeit, in deinem Wagen einzukaufen. Und sie finden bei dir auch einen Treffpunkt, der eine soziale Funktion hat. Dieses ganze Drumrum mit den Leuten. Ohne dem kann ich gar nicht mehr leben. H├Ârt sich albern an. Aber wenn man jeden Tag am Schnaddeln ist, gelacht wird, und das auf einmal vorbei sein sollte: Mag ich gar nicht dr├╝ber nachdenken. Leben auf dem Land. Idyllisch. Ohne L├Ąden und Treffpunkte manchmal einsam. Es braucht Menschen mit

Herzblut

, die es beleben. Copyright Untertitel: NDR 2018