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Eine kurze Geschichte über die Hexenverfolgung | MrWissen2go | Ganze Sendung Terra X

Eine kurze Geschichte über die Hexenverfolgung | MrWissen2go | Ganze Sendung Terra X
Die

Hexenverfolgung

. An die 50.000 Menschen fallen ihr zum Opfer. Vor allem Frauen. Sie gelten als Werkzeug des Teufels. Wie kommt es, dass Nachbarn oder Bekannte einander der Hexerei bezichtigen? Warum gestehen Menschen Taten, die sie nie begangen haben? Ich will Licht in ein besonders dĂŒsteres Kapitel unserer

Geschichte

bringen. Verhöre, Folter, Scheiterhaufen. Die Hexenprozesse der Vergangenheit schockieren uns heute. Wie konnte es ĂŒberhaupt dazu kommen? Vieles ist bekannt, noch mehr ist unbekannt. Und noch viel mehr ist falsch an den gĂ€ngigen Vorstellungen ĂŒber die

Hexenverfolgung

en. Das Klischee, dass besonders schöne Rothaarige oder warzige Alte als Hexen verfolgt wurden, hat kaum etwas mit historischen Tatsachen zu tun. Aber wie war es wirklich? Wer waren die Opfer und wer die TĂ€ter? 1680 werden im beschaulichen Veringenstadt besorgte Stimmen laut. Hexen sollen ihr Unwesen treiben. Bader Ann weiß, wer die Beschuldigungen in die Welt gesetzt hat. Und gegen wen sie sich richten. Nur noch nachts traut sie sich nach Hause. Dann geschieht das, wovor sie sich schon gefĂŒrchtet hat. * Jemand klopft an die TĂŒr. * Bader Ann. Bader Ann, Ihr seid der Zauberei angeklagt. Ich hab nichts getan! Ihre Verhaftung ist von oberster Stelle angeordnet. Kaum jemand in Veringenstadt wird sich fĂŒr sie einsetzen. Der Hexenprozess gegen Bader Ann gehört zu den dunkelsten Kapiteln der Stadt

geschichte

. Im Rathaus von Veringenstadt wurde damals alles fĂŒr die Verhandlungen vorbereitet....
eine kurze geschichte ber die hexenverfolgung mrwissen2go ganze sendung terra x
Ende des 17. Jh. ist die große Welle der

Hexenverfolgung

en schon vorbei. Doch nach wie vor gilt: Wer einmal in die FĂ€nge der HexenjĂ€ger gerĂ€t, ist kaum noch zu retten. Über den Fall der Bader Ann ist so viel bekannt, weil alle Prozessakten erhalten geblieben sind. Bis zu ihrer Anklage hatte sie sich kaum etwas zuschulden kommen lassen. Außer vielleicht etwas öffentlicher Streit mit ihrem Mann. Dann behauptete plötzlich ein Nachbar, sie habe s

eine

n Sohn "malefitisch infiziert". Weitere Zeugen sagten aus. Das alles ist genau hier nachzulesen. Hier

eine

Martha Roth, 55 Jahre alt, behauptet, vor 33 Jahren habe ihr die Bader Ann mit Fingern auf die linke Achsel geklopft. Und noch heute sei sie lahm und verkrĂŒppelt. Oder hier: MathĂ€us Falchner, 30 Jahre alt, sagt: Er habe vor der Schmiede ein Pferd beschlagen. Dann sei die Bader Ann gekommen, um dieses Pferd herumgelaufen. Und fĂŒnf Tage spĂ€ter sei es dann krepiert. Und so geht das weiter auf den nĂ€chsten Seiten. Insgesamt zehn Personen sagen gegen die Bader Ann aus. Die Verhöre beginnen am 11. Mai 1680. Bader Ann. Zahlreiche ehrbare Zeugen haben unter Eid die Anschuldigungen gegen Euch bestĂ€tigt. Gesteht jetzt, sonst werdet Ihr peinlich befragt. Bitte, Herr, habt Erbarmen. Ich schwöre beim Leben m

eine

r Kinder: Ich bin unschuldig! Wie soll ich etwas gestehen, das ich nicht getan habe? Bitte, erspart mir die Tortur. Scharfrichter! - Nein! Ohne Aussage k

eine

Verurteilung. Ich habe nichts getan! Ich habe...
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nichts getan! Zehn Tage lang lĂ€sst man Bader Ann foltern. Bis die Richter endlich bekommen, was sie wollen. Ihr abgepresstes GestĂ€ndnis ist zugleich ihr Todesurteil. * Sie schreit. * Die Wurzeln des Hexenglaubens reichen weit zurĂŒck. Man begegnet ihm schon in antiken Mythen. ZunĂ€chst glaubt man einfach an MĂ€nner und Frauen, die mit ihren ĂŒbernatĂŒrlichen KrĂ€ften andere Menschen oder auch Tiere verzaubern können. Manchmal mit bösen, aber auch mit guten Absichten. Doch im ausgehenden Mittelalter verĂ€ndert sich das Bild. Und wird immer fantastischer ausgeschmĂŒckt. Hexen und Zauberer sollen sich angeblich mit dem Teufel verbĂŒnden. Und sogar Sex mit ihm haben. In erster Linie geraten jetzt Frauen unter Verdacht. Und in den Fokus der Verfolger. Es beginnt die Zeit der großen

Hexenverfolgung

en. Ein striktes Verbot von Zauberei liest man zwar schon im Alten Testament. Aber gezielte Verfolgung dieser angeblichen Hexen und Zauberer gibt es lange Zeit nicht. Doch seit dem 15. Jh. denken die meisten Menschen anders ĂŒber schwarze Magie. Sie fĂŒrchten nicht nur ĂŒbernatĂŒrliche KrĂ€fte. Sondern sie glauben an

eine

regelrechte Verschwörung.

Eine

Hexen-Verschwörung. Satan verleiht den Frauen magische KrĂ€fte, heißt es. KrĂ€fte, die sie nutzen, um den Menschen zu schaden. Ob tödliche Krankheit, plötzliches Viehsterben, schlechte Ernten, Unwetter, Fehlgeburten oder der Verlust von Hab und Gut. Schuld an allem UnglĂŒck, das Menschen befĂ€llt, sind fortan immer die Hexen. Die...
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Menschen damals glaubten an Magie, an ĂŒbernatĂŒrliche KrĂ€fte. Es gab k

eine

n Lebensbereich, der nicht von Aberglauben durchzogen war. Herr Dr. Lehmann, in welcher Vorstellungswelt haben die Leute denn gelebt? Welche Rolle hat Magie gespielt? Es war

eine

Welt, die damals durchdrungen war von tiefstem Glauben an Magie. Hexerei war fĂŒr alle damaligen Zeitgenossen ein real existierendes Verbrechen. Das genauso bestraft werden musste wie Mord, Diebstahl, Brandstiftung. Das Verbrechen der Hexerei stand in der Strafgesetzgebung. Man sah die brennenden Scheiterhaufen, wie die Obrigkeiten diese vermeintlichen Verbrecherinnen straften. Man hörte bei den Hinrichtungen die GestĂ€ndnisse der Hexen. Der verĂŒbte Schadenzauber durch sie. Man hat versucht, sich davor zu schĂŒtzen. Hatte verschiedene GegenstĂ€nde, SprĂŒche. Was gab es da alles? Ob das Zettel waren mit magischen Zeichen. Ob das Amulette waren, die man am Körper trug. Man entwickelte bestimmte Rituale, die sich bis heute gehalten haben. Das Schlagen des Kreuzzeichens. Der Schadenszauber war verboten. Aber der Abwehrzauber war toleriert. Schon die Germanen hĂ€ngen Lochst

eine

an die TĂŒr, um das Böse fernzuhalten. Auch Zettel mit

eine

m Hexagramm oder anderen AbwehrsprĂŒchen sollen Schaden abwenden. Heute muten viele dieser magisch-religiösen Amulette eher skurril an. Aber jedem dieser GegenstĂ€nde wurden einmal positive magische KrĂ€fte zugesprochen. In der NĂ€he von London haben ArchĂ€ologen so

eine

...
"Witch-Bottle" ausgegraben,

eine

Hexenflasche. TatsĂ€chlich stammt die Flasche selbst aus Deutschland. Ein seltener Fund, denn sie war noch verkorkt. Und mit merkwĂŒrdigen Dingen gefĂŒllt: Menschlicher Urin, Haare, NĂ€gel und Nadeln. Das zeigen Röntgenaufnahmen. Die Anordnung lĂ€sst darauf schließen, dass die Flasche kopfĂŒber vergraben war.

Eine

Art Woodoo-Zauber, der den Hexen schaden und sie abwehren sollte. Auch bei Hexenprozessen wurden aus heutiger Sicht bizarre Vorkehrungen getroffen. Lange Haare gelten als Sitz ĂŒbernatĂŒrlicher KrĂ€fte. Muttermale gelten als

eine

Art Stempel, den der Teufel s

eine

n Opfern aufdrĂŒckt. Mit

eine

r Nadel wird die Stelle geprĂŒft. Fließt kein Blut, war der Teufel am Werk. Damit der s

eine

n Geschöpfen nicht zur Hilfe eilen kann, wird sogar das SchlĂŒsselloch der Zelle mit

eine

m Pfropfen verschlossen. Zum Verhör steckt man die Angeklagten in "Hexenhemden". Denn in den NÀhten ihrer eigenen Kleidung könnten sich ja Zaubermittel verbergen. Wie fest der Glaube an Magie in den Köpfen der Menschen verankert ist, zeigt die Ausgrabung

eine

s alten Richtplatzes bei Bad Belzig. Die dort entdeckten Toten sind ohne SĂ€rge oder LeichentĂŒcher und teilweise in ungewöhnlichen Körperlagen begraben worden. Offenbar wollte man sich vor

eine

r RĂŒckkehr der Hingerichteten schĂŒtzen. Wie sind Sie denn bei Ihrer Grabung darauf gekommen, dass es ein Abwehrritus gewesen sein könnte? Bereits als der Bagger die obere Grasnarbe abgezogen...
hat, haben wir diese auffĂ€llige Steinpackung gefunden. Große Findlinge sind annĂ€hernd in

eine

m Kreis gesetzt worden, das ist schon auffÀllig. Es sieht aus wie

eine

Grabmarkierung. Um hinter das Geheimnis der Toten auf dem Richtplatz zu kommen, haben die ArchĂ€ologin Marita Genesis und ihre Studenten die Fundsituation der auffĂ€lligen Skelette bis ins Detail analysiert. Die haben wir hier alle fotografiert, die haben wir herausgenommen. Das ist nur allein der Fußbereich. Man nennt das auch Versteinung, das ist diese Beschwerung. Damit sich der Tote nicht mehr aus dem Grab hervorbewegen kann. Die St

eine

waren also

eine

Methode. Was hat man noch gemacht, damit die Leute nicht wieder aufstehen? Man hat das Grab oft ein zweites Mal geöffnet. Bei Friedhöfen wissen wir das aus schriftlichen Quellen. Und hat die Gliedmaßen abgehackt. Wenn das nicht funktioniert hat, wurde noch ein drittes Mal die Grabgrube geöffnet, und man hat den Kopf abgehackt. Hat ihn manchmal an

eine

r anderen Stelle des Körpers deponiert. Um die Orientierung des Toten außer Gefecht zu setzen. Die Angst vor dunkler Magie war ganz real. Doch was sagte die Kirche dazu? Bis ins 14. Jahrhundert heißt es in Rom: Hexenglaube gleich Aberglaube. Die Angst vor schwarzer Magie gilt den gebildeten Theologen als heidnische Vorstellung, die vor allem beim einfachen Volk verfĂ€ngt. Die offizielle Kirche fĂŒrchtete nicht so sehr Hexen oder Zauberer. Sie fĂŒrchtete vor allem die "Feinde des Glaubens":...
Menschen, die

eine

vermeintlich falsche Lehre ĂŒber Gott und die Welt verbreiteten und damit an der kirchlichen AutoritĂ€t rĂŒttelten. Um dagegen vorzugehen hatte die Kirche

eine

Institution geschaffen, die sich "Heilige Inquisition" nannte.

Eine

Art FBI in Glaubensfragen. Ihre Agenten waren vor allem Angehörige des Dominikaner-Ordens. Wie ein gewisser Heinrich Kramer. Heinrich Kramer zieht im spĂ€ten 15. Jh. als reisender Ermittler durch die Lande. Vom Papst ist er befugt, kirchliche Gerichtsverfahren gegen AbtrĂŒnnige im Glauben durchzufĂŒhren. Doch s

eine

ganze

Leidenschaft als Inquisitor gilt nur

eine

m Thema: Ich bin heute zu Euch gekommen, um ĂŒber Hexerei zu sprechen. Und wie Ihr solche erkennt, die mit dem DĂ€mon im Bunde sind. Hexen. Der Mönch aus dem Elsass ist wie besessen von den vermeintlichen Gefahren durch Hexen. In s

eine

n Augen kann jeder, Nachbar, Freund oder Familienmitglied, zu den TeufelsanhĂ€ngern gehören. Deshalb muss jeder Verdacht gemeldet werden. Der Inquisitor sĂ€t gezielt Angst und Misstrauen in der Bevölkerung. Jeder, der so etwas verschweigt, macht sich selbst verdĂ€chtig. Doch wie wurde Heinrich Kramer ĂŒberhaupt zum fanatischen HexenjĂ€ger? Kramer stammt aus Ă€rmlichen VerhĂ€ltnissen. Mit 15 Jahren tritt er in den Orden der Dominikaner ein. ZunĂ€chst richtet sich sein Hass gegen die Juden. Als AnklĂ€ger wirkt er an

eine

m Prozess mit, bei dem Juden wegen

eine

s angeblichen Ritualmordes hingerichtet werden. Doch immer stÀrker sieht er...
die Menschheit von Hexen bedroht. S

eine

Predigtreisen fĂŒhren ihn nach Basel, Straßburg, Konstanz. Und er hat Erfolg: In Ravensburg vertritt er 1484 persönlich die Anklage gegen sechs Frauen, die der Hexerei bezichtigt werden. Im Rathaus von Ravensburg wird ihnen der Prozess gemacht. Es ist

eine

der ersten systematisch durchgefĂŒhrten

Hexenverfolgung

en auf deutschem Boden. Am Ende werden zwei ledige Frauen zum Tode verurteilt. Und vor den Toren der Stadt auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Und das ist erst der Anfang. Kramer entwirft den Text

eine

s pÀpstlichen Rundschreibens, das Innozenz VIII. verbreiten lÀsst. Darin erklÀrt der Pontifex die

Hexenverfolgung

fĂŒr notwendig. Außerdem ernennt er den Dominikaner zum offiziellen Abgesandten in Hexen-Angelegenheiten. In Tirol wird er zunĂ€chst mit offenen Armen empfangen. Mit der pĂ€pstlichen "Hexenbulle" hat die Kirche zum ersten Mal offiziell die Existenz der Hexerei anerkannt. Das macht sich Kramer zunutze. In Innsbruck beginnt der Dominikaner umfangreiche Ermittlungen. Bereits nach wenigen Wochen kann er Dutzende VerdĂ€chtige vorweisen. Doch sein Fanatismus erzeugt schon bei den Zeitgenossen Befremden. Der Bischof von Brixen hĂ€lt Kramer fĂŒr nicht ganz richtig im Kopf. Und erklĂ€rt die Vollmachten des Inquisitors fĂŒr erloschen. Kramer wird dringend empfohlen, das Land zu verlassen. Bloßgestellt und verspottet folgt er der Anordnung nur widerwillig. Tief enttĂ€uscht zieht sich Kramer zurĂŒck. Aber statt Ruhe zu...
geben holt er zum Gegenschlag aus. Und schreibt ein Buch: "Malleus Maleficarum", der "Hexenhammer". Dieses Buch wird zwar zunĂ€chst nur auf Latein veröffentlicht. Ist nur fĂŒr gelehrte Personen lesbar. Trotzdem wird es

eine

verhÀngnisvolle Wirkung entfalten. Ein systematisch aufgebautes Handbuch, das den "Ursprung" der Hexerei beschreibt, die Auswirkungen und ihre BekÀmpfung. Der Autor definiert im Detail, was

eine

Hexe ist. Und welchen Schaden sie anrichten kann. Kramer hat dabei vor allem Frauen im Visier. Sie werden als das schlechteste Wesen der Schöpfung charakterisiert. FĂŒr Kramer sind Frauen "von Natur aus schwach im Geiste". Und damit den EinflĂŒsterungen des Teufels besonders leicht zugĂ€nglich. Im "Hexenhammer" heißt es: "Was ist denn das Weib anderes als

eine

unentfliehbare Strafe, ein begehrenswertes Unheil, ein Welt-Übel mit schöner Farbe bestrichen?" Welches Problem hatte Herr Kramer denn mit Frauen? FĂŒr Kramer war alles Weibliche böse. In jeder Frau schlummerte fĂŒr ihn, wie es damals zeitgenössisch hieß,

eine

potenzielle Teufels-Hure. Er begrĂŒndet dies mit dem Wort femina: Fe, fides, der Glaube, und minus, weniger. Femina: Die, die weniger Glauben haben. Deswegen war fĂŒr ihn alles Weibliche unter dem Manne stehend. Einfach durch den Satan, den Teufel leichter verfĂŒhrbar. Sein "Hexenhammer" wird zum Bestseller. Bis ins 17. Jahrhundert wird das Buch in 29 Auflagen gedruckt....
Rats- und Klosterbibliotheken schaffen es an. Und folgen Kramers Anleitung zur ÜberfĂŒhrung und Verurteilung vermeintlicher Hexen. Ausgelöst durch den "Hexenhammer" tobt in Deutschland die erste große Welle der

Hexenverfolgung

en. Tausende Frauen und MĂ€nner fallen ihr zum Opfer. Und es kommt noch schlimmer. Das 16. Jahrhundert ist in Deutschland und ganz Europa

eine

Epoche radikaler UmbrĂŒche. Scheinbar unumstĂ¶ĂŸliche Wahrheiten werden infrage gestellt. Die Reformation Martin Luthers erschĂŒttert die Stellung der katholischen Kirche. Und die politischen VerhĂ€ltnisse in Deutschland. Angst und Unsicherheit greifen unter den einfachen Menschen um sich. Und wir alle der ewigen Verdammnis anheimfallen. Zwar wirft der Protestantismus viele mittelalterliche GlaubensĂŒberzeugungen ĂŒber Bord. Doch wenn es um Hexerei geht unterscheidet sich Luther nicht von den Katholiken: Er ist fest von der Existenz des Teufels und s

eine

r Dienerinnen ĂŒberzeugt. Und tritt dafĂŒr ein, dass sie fĂŒr ihren Schadenszauber mit dem Tod durch Verbrennen bestraft werden sollen.

Hexenverfolgung

hat k

eine

Konfession. Sie kann ĂŒberall passieren: In katholischen, protestantischen oder calvinistischen Gebieten. Egal, welche Konfession, die Scheiterhaufen loderten zu Tausenden. Bis 1780 fielen etwa 50.000 Menschen den

Hexenverfolgung

en in Europa zum Opfer. Über die HĂ€lfte davon im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Die meisten von ihnen waren Frauen. Aber wieso ausgerechnet auf dem...
Gebiet des heutigen Deutschlands? Und warum gerade in der frĂŒhen Neuzeit und nicht im "dunklen Mittelalter", wie hĂ€ufig vermutet? Dabei spielen unterschiedliche Faktoren

eine

Rolle:

Eine

r war das Wetter. Mitte bis Ende des 16. Jahrhunderts erreicht die "kl

eine

Eiszeit" Europa. Überall sinken die Temperaturen. Winter reichen teilweise bis in den Juni. Die Folgen der KlimaverĂ€nderung deuten viele Menschen als das Werk böser MĂ€chte.

Kurze

nasse Sommer sorgen fĂŒr schlechte Getreideernten. Teuerungen, Hunger und Viehsterben sind die Folgen. In ihrer Not mĂŒssen Bauern selber die Egge ziehen, um ein wenig Korn in die Erde zu bringen. Das Leben ist unsicher, zerbrechlicher noch als sonst. Und die Menschen sind voller Misstrauen und Angst. Wetterzauber gehört daher zu den hĂ€ufigsten Anklagen in Hexenprozessen. StĂŒrme, so glaubt man, brauen sie aus dem Sud, der beim Auskochen menschlicher Geb

eine

ĂŒbrig bleibt. Ein paar Tropfen genĂŒgen, um Hagel herbeizurufen und WetterstĂŒrze zu verursachen. Als wirksamer Gegenzauber gilt lautes LĂ€rmen. Auch Kirchenglocken können helfen, das "WetterlĂ€uten". Selbst St

eine

, in den Himmel geworfen, sollen den bösen Zauber vertreiben und die Not der Menschen lindern. Aber es sollte noch schlimmer kommen: Der DreißigjĂ€hrige Krieg verwĂŒstet große Teile des heutigen Deutschlands. StĂ€dte, Dörfer und Gehöfte werden geplĂŒndert, das Vieh gestohlen, die HĂ€user oftmals angesteckt und die Ernte vernichtet....
Seuchen breiten sich aus. Die schlechte ErnĂ€hrungssituation, die gnadenlose Zeit und das erlebte Leid lassen die Menschen verrohen. Ein Zeitzeuge klagt: "Was sind wir Menschen noch?" "Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen, ein Schauplatz herber Angst, besetzt mit scharfem Leid." Es ist der nackte Kampf ums Überleben. Selbst vor den Leichen Gefallener wird nicht halt gemacht. Die Menschen damals waren ja quasi doppelt gestraft: Auf der

eine

n Seite Kriege, auf der anderen Hungersnöte, großes Leid. Man hat dann

eine

n Schuldigen gesucht und gesagt: Das ist der Teufel mit s

eine

n Hilfstruppen, den Hexen. War das dann so, dass man das wirklich auf diese Personengruppe gemĂŒnzt und gesagt hat: Die sind an allem schuld? Es sind die Kriege, die Leid brachten. Aber auch die alltĂ€glichen Dinge, die da

eine

Rolle spielen. FĂŒr die man Schuldige, SĂŒndenböcke brauchte. Nach dem Motto: Bei uns ist auch mal ein Schwein plötzlich gestorben. Auf einmal war mein Bein lahm, ich konnte mir nicht erklĂ€ren, warum. Wir wissen heute, es gibt BSE, es gibt die Schw

eine

pest. Wenn solche Viehseuchen die Dörfer heimsuchten, suchten die Leute Schuldige. Man suchte sie in Form der Hexen. So segensreich wie der Buchdruck fĂŒr die gesellschaftliche Entwicklung war, so fatal war er in Bezug auf die

Hexenverfolgung

. Auch Bilder lassen sich jetzt drucken. Sie zeigen die Schandtaten der Hexen und welches Ende sie erwartet. Als Ein-Blatt-Drucke und "Unholde-Zeitungen" werden sie...
massenhaft unters Volk gebracht. HĂ€ufig fordern die Menschen die Stadtoberen direkt zur

Hexenverfolgung

auf. Sobald die erste Hexe ausgerufen wird, machen fast alle mit. Meist kommen die Beschuldiger aus der Nachbarschaft oder sogar aus der eigenen Familie. Nicht selten spielt Neid und Missgunst

eine

Rolle. Oder der Wunsch, sich zu bereichern. Manche Frauen sind verdĂ€chtig, weil sie Außenseiterinnen sind, arm, alt oder alleinstehend. Oder weil sie gerade in der NĂ€he sind, wenn das Schicksal sich fĂŒr andere zum Schlechten wendet. Oft braucht es

eine

n SĂŒndenbock, wenn ein Kind kurz nach der Geburt krank wird und stirbt. Oder es sind Frauen, die aus anderen GrĂŒnden Misstrauen wecken, die verachtet oder gefĂŒrchtet werden. Weil sie durch ihr Aussehen oder ihr Verhalten aus dem Rahmen fallen. An Beschuldigungen und Zeugen fĂŒr

eine

Anklage fehlt es den Richtern jedenfalls nie. In ihrer Vorstellung treffen sich die Hexen in der Walpurgisnacht auf großen PlĂ€tzen. Hier sollen sie mit dem Teufel wĂŒste Gelage und wilde Orgien feiern. Prominentester Treffpunkt fĂŒr den berĂŒchtigten "Hexensabbat" ist der Blocksberg, heute kennen wir ihn als Brocken im Harz. Zu den offiziellen Anklagepunkten gehört auch der Hexenritt. Anfangs glaubt man, dass Hexen sich auf allem möglichen durch die Luft bewegen können: Auf Ziegenböcken, Zaunbrettern oder Mistgabeln. Das Bild von der Hexe auf ihrem Besen kommt erst im 15. Jahrhundert auf. Angeblich sollen Hexen

eine

...
"Flugsalbe" verwenden, die aus gekochten Kinderknochen hergestellt wird. Wenn man damit ein StĂŒck Holz bestreicht, kann man darauf die Reise zum Blocksberg antreten. Hexen und Zauberer rĂŒhren nicht nur komische Salben an, sondern haben auch Sex mit dem Teufel. Das haben die Menschen damals fest geglaubt. Sie haben sich vorgestellt, dass der Teufel menschliche Gestalt annehmen kann. Entweder als Mann, dann heißt er "incubus", der "Daraufliegende". Oder als Frau, dann heißt er "succubus", der "Darunterliegende". Der sexuelle Akt als Hingabe an den Teufel galt als schwerste SĂŒnde: Als Abkehr von Gott. Deshalb war die "Teufelsbuhlschaft" bis ins 18. Jh. hinein ein fester Straftatbestand. Und wurde in fast jedem Hexenprozess behandelt. Weil Hexen in der Vorstellung der Zeitgenossen das schlimmste denkbare Verbrechen begangen haben, sollen sie auch die grausamste aller Strafen erleiden. Auf ihrem Weg zum Hinrichtungsplatz vor der Stadt sind sie Blicken und VerwĂŒnschungen ausgeliefert. ZĂŒndet sie an! - Die Gottlosen! Die öffentliche Art der Hinrichtung, zu der hunderte, manchmal sogar tausende Schaulustige kommen, trĂ€gt entscheidend dazu bei, den Hexenwahn zu verbreiten. Brennen sollen sie! Verurteilte Hexen sollen bei lebendigem Leib verbrennen. Bis nur noch Pulver und Asche ĂŒbrig sind. Denn sonst wĂŒrde der Teufel aus ihren Knochen neue Hexen formen. Das Feuer soll ihre Seelen reinigen und ihnen so den Zugang in...
den Himmel ermöglichen.

Eine

erbarmungslose Logik. Wie muss man sich diese Hinrichtungen vorstellen? Waren das große Events, zu denen die Leute freiwillig gingen? Mussten die da hingehen? Wie war das damals? Die Menschen, die Dorfgemeinschaft oder auch die Stadtgemeinschaft war dazu verpflichtet von der Obrigkeit, diesen Hinrichtungen beizuwohnen. Die sollten ja

eine

abschreckende Wirkung haben. Dorfgemeinden, die nicht teilnahmen, mussten z.B.

eine

Strafe zahlen. Wer sich entschuldigt hat, hat sich auch leicht verdĂ€chtig gemacht. Und sie sollten demonstrieren, dass die Obrigkeit in der Lage war, wieder Ordnung und Frieden herzustellen. Diese SchĂ€dlinge, Hexen, die zum GestĂ€ndnis gebracht worden waren. Und jetzt als reumĂŒtig galten. Nach ihrer Verbrennung konnten sie mit Gottes Gnade wieder in den Schoß der Christenheit zurĂŒckkehren. Dass diese Hexen jetzt vernichtet wurden. Die Suche nach vermeintlichen MissetĂ€tern fĂŒhrt manchmal zu

eine

r regelrechten Hexen-Hysterie. So auch in der alten Kaiser- und Bischofsstadt Bamberg Anfang des 17. Jahrhunderts. In drei Prozesswellen fallen dem Hexenwahn am Ende ĂŒber 1000 Menschen zum Opfer, jeder 13. Bewohner der Stadt. Der Anstoß fĂŒr die meisten Hexenprozesse kam nicht von oben. Weder von der Kirche noch von den Landesherren. Er kam aus der Bevölkerung. DurchgefĂŒhrt wurden die Verhandlungen von weltlichen Gerichten, genau wie bei anderen Straftaten auch. Die Verurteilung

eine

r Hexe sollte auf

eine

m GestÀndnis beruhen....
Und das gab es nur selten ohne Folter. Weil Hexerei als besonders schweres Vergehen gilt, erklÀren damalige Juristen sie zu

eine

m "crimen exceptum",

eine

m Ausnahmeverbrechen. Und das verlangt besondere HĂ€rte bei Verhör und Folter. In zahlreichen deutschen Archiven lagern tausende Verhörprotokolle. Allein hier in der Bamberger Staatsbibliothek ĂŒber 800. Sie zeugen von

eine

m der dunkelsten Kapitel der Stadt

geschichte

. Von

eine

r regelrechten Hexen-Epidemie. Denn die Angeklagten mussten angebliche MittĂ€terinnen "besagen", der Hexerei bezichtigen. Dadurch wurde der Kreis der VerdĂ€chtigen immer grĂ¶ĂŸer. Und es kam zu Massenverfolgungen. Anfangs lassen die Stadtoberen die Prozesse und Hinrichtungen im 30 km entfernten Zeil durchfĂŒhren. Im Turm der alten Stadtbefestigung werden die Angeklagten eingesperrt. Heute erinnert hier

eine

Ausstellung an das furchtbare Los der Opfer. Die sprunghaft steigende Zahl von Angeklagten fordert

eine

n Ausbau der Infrastruktur. 1627, auf dem Höhepunkt der Verfolgungswelle, wird in Bamberg ein hochmodernes Hexen-GefĂ€ngnis errichtet: Das Malefizhaus. Der Grundriss zeigt 28 Zellen, Vernehmungszimmer, WĂ€chterstuben und die Folterkammer. Wo den Menschen die GestĂ€ndnisse abgepresst werden. Am Ende erwischt es selbst den BĂŒrgermeister von Bamberg. Auch Johannes Junius muss im Malefizhaus einsitzen. Kurz vor s

eine

r Hinrichtung schreibt er noch

eine

n Brief an s

eine

Tochter und beteuert: "Das darfst du kĂŒhnlich fĂŒr mich...
schwören, dass ich kein Hexer, sondern ein MĂ€rtyrer bin, und sterbe hiermit gefasst." "Gute Nacht, denn dein Vater Johannes Junius sieht dich nimmermehr." Im Vergleich zu Bamberg wurden in NĂŒrnberg nur verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenige Hexen hingerichtet. Einige der Beschuldigten saßen hier im Keller des alten Rathauses in "LochgefĂ€ngnissen" ein, gemeinsam mit anderen StraftĂ€tern. Das UntersuchungsgefĂ€ngnis ist

eine

s der ganz wenigen aus dem Mittelalter, die noch erhalten sind. Oh, das ist total eng hier, total dunkel. Wenn ich mir vorstelle, hier eingesperrt gewesen zu sein, ich wĂ€re durchgedreht. Das ist der Raum, in dem die "peinliche Befragung" stattfand. Was nichts anderes bedeutet als Folter. Hier diese ziemlich gruselig aussehende Seilwinde. Den Betroffenen wurden die Folterinstrumente zunĂ€chst erst einmal nur gezeigt. Damit hoffte man, sie so sehr einzuschĂŒchtern, dass sie sofort gestehen. Wenn man mir so was gezeigt hĂ€tte, hĂ€tte ich sofort alles gestanden. Und wenn nicht, dann wurden diese Dinger eingesetzt. Das war das ĂŒbliche Prozedere im Hexenprozess. Viele der vermeintlichen Hexen widerriefen ihre Aussage allerdings direkt danach. Mit dem Ergebnis, dass sie wieder gefoltert wurden. Solange, bis sie schließlich gestanden haben. Neben dem Richter spielt vor allem der Scharfrichter

eine

wichtige Rolle im Prozess. Er hat

eine

unentbehrliche Funktion in der damaligen Gesellschaft. Und ist trotzdem geÀchtet. Wer kann, macht...

eine

n großen Bogen um ihn. Meist lebt der Scharfrichter außerhalb der Stadt. In NĂŒrnberg hat er

eine

Dienstwohnung in

eine

m BrĂŒckenhaus ĂŒber der Pegnitz. Jahrzehntelang ist Frantz Schmidt hier zu Hause. Fast 1000 Menschen hat er hingerichtet, gefoltert oder verstĂŒmmelt. Das wissen wir, weil Frantz Schmidt akribisch Tagebuch gefĂŒhrt hat. Scharfrichter kennen sich von Berufs wegen mit Wunden aus. Deshalb ist Frantz Schmidt auch heilend tĂ€tig. FĂŒr uns klingt das verstörend: Zuerst schlĂ€gt er Hand oder Finger ab, dann versorgt er die Wunden. Auch mit dem Einrenken von Armen kennt Franz Schmidt sich aus, weil er sie bei Folterungen hĂ€ufig ausrenkt. TatsĂ€chlich ist ein Henker durch s

eine

Arbeit anatomisch sehr gut geschult. Oft besser als der ortsansĂ€ssige Arzt. Und weil die Ärzte sich weigern, die Verletzungen der Delinquenten zu behandeln, kann Frantz Schmidt daraus Kapital schlagen. Scharfrichter galten als heilkundig. Außerdem hatten sie Zugriff auf die Leichen der Hingerichteten und machten sogar ein GeschĂ€ft damit. Sie handelten mit Leichenteilen, denen man damals ZauberkrĂ€fte nachsagte.

Eine

abgeschnittene Diebeshand sollte beim Gelingen

eine

s Raubs helfen. Der Daumen

eine

s Diebs, verkehrt herum in ein Bierfass gehĂ€ngt, ließ das Bier nicht zur Neige gehen. Trug man ihn in der Tasche, so sollte er vor LĂ€usen, Warzen und Hexen schĂŒtzen. Haut, Knochen und Fett von Hingerichteten wurden zu Medizin verarbeitet und fanden reißenden Absatz. Ein erschreckendes...
Dokument aus dem spĂ€ten 16. Jh. ist das Trierer Hexenregister. Darin sind penibel alle der Hexerei Beschuldigten und ihre angeblichen Komplizen aufgefĂŒhrt. Das Verzeichnis zeigt nicht nur das Ausmaß der Verfolgung, sondern auch das monströse System der "Besagungen". Von den 306 Hingerichteten hatte jeder im Schnitt die Namen von 20 angeblichen Komplizen preisgegeben. In einigen FĂ€llen sogar ĂŒber 100. Im Laufe von acht Jahren werden so 1390 Menschen denunziert. Die "Besagungen", die den vermeintlichen Hexen abgepresst werden, ziehen immer grĂ¶ĂŸere Kreise im Trierer Land. Manchmal werden den Gefolterten sogar gezielt Namen in den Mund gelegt. 1588 trifft es den zwölfjĂ€hrigen Hans-Jakob. Auch er soll auf dem Hexensabbat gesehen worden sein. Er wird solange eingeschĂŒchtert und unter Druck gesetzt, bis er neue Namen nennt. Weitere Mitglieder der großen Hexen-Verschwörung aufdeckt. Mussten denn auch Kinder ĂŒber ihre eigenen Eltern "Besagungen" machen? In manchen Gegenden hat man auch Kinder und Jugendliche verhaftet, Jugendliche auch hingerichtet. Dahinter stand die Vorstellung, dass Hexen, Frauen, auch MĂ€nner ihre Nachkommen mitnehmen auf den Hexensabbat. Und auch dem Teufel weihen. Manchmal sollen die Kinder und Jugendlichen auch als Musikanten auf dem Sabbat dienen. Die Vorstellung war, dass, wenn man der Kinder und Jugendlichen habhaft wird, und aus deren Mund die Wahrheit spricht. Weil sie nicht richtig lĂŒgen können, dass man sie...
dazu zwingen und bringen kann, auch die anderen zu benennen, die sie auf dem Sabbat angeblich gesehen haben. Und damit auch Zeugen gegen ihre Eltern, gegen ihre MĂŒtter oder andere weibliche Verwandten werden können. Ein Mann, der verurteilte Frauen auf ihrem letzten Weg begleitet, ist der Jesuit Friedrich Spee. Doch ihn plagen Zweifel am Sinn des

Ganze

n. Ich habe nichts zu beichten. Aber Ihr habt doch gestanden. Ja. Unter der Tortur. Wollt Ihr noch beten? Es ist Zeit. Nein! Nein! Nein! Vor allem die Folter als Mittel der Wahrheitsfindung gibt Spee zu denken. In ihm wĂ€chst die Überzeugung: Unter der Folter wĂŒrde selbst der Papst gestehen, mit dem Teufel im Bunde zu sein. 1631 erscheint Spees Kampfschrift "Cautio Criminalis". Übersetzt: Rechtlicher Vorbehalt. Darin ĂŒbt er Kritik an den Hexenprozessen. Es gab ja einige Leute, die sich dem entgegengestellt haben. Die gesagt haben: Das mit der

Hexenverfolgung

ist Unsinn.

Eine

r davon war Friedrich Spee. Welche Rolle hat das, was er gesagt, gemacht hat, gespielt? Wurde er gehört? Spee kritisierte die Folter. Aber damit war nicht erreicht, dass die Hexenprozesse ausgesetzt wurden. Aber Spee hat ein Saatkorn in den Boden gebracht, was langsam aufgegangen ist. Und spÀtere Gegner der

Hexenverfolgung

entscheidend geprÀgt und beeinflusst hat. Am Ende sind es die Gelehrten der AufklÀrung, die auch das Ende der Hexen-Prozesse bringen. Sie stellen Kriterien auf, die es erlauben, Wissen von Aberglauben zu unterscheiden....
Die Folter wird abgeschafft, denn die Idee der Menschenrechte nimmt langsam Gestalt an. Die letzte legale Hinrichtung

eine

r Hexe findet 1782 in der Schweiz statt. Sie markiert das Ende

eine

s Massenwahns, dem rund 50.000 Menschen in Europa zum Opfer fielen. Es scheint in der Natur des Menschen zu liegen, sich

eine

n SĂŒndenbock zu suchen, Menschen in

eine

Schublade zu stecken, Feindbilder aufzubauen. Man will bekĂ€mpfen, was man nicht einschĂ€tzen kann und fĂŒrchtet. FĂŒr erlebtes Leid wird oft ein anderer verantwortlich gemacht. Man ist ziemlich schnell dabei, jemanden vorzuverurteilen oder sich von

eine

r Massenhysterie anstecken zu lassen. Wohin das fĂŒhren kann, das beweist ein Blick in die

Geschichte

. Das zeigt nicht nur der Hexenwahn. Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020